News KW4-2003: Microsoft, Störung in der Cloud, KI und Metaverse sowie SAP (und die Cloud)

Der Ausfall der Microsoft-Cloud-Dienste in dieser Woche und
die Quartalsberichte vieler Tech-Konzerne haben die Nachrichtenlage dominiert. Wir betrachten besonders Microsoft und SAP.

Aufgrund der aktuellen Nachrichten und Ereignisse diese Woche doch wieder eine Ausgabe der CIOKurator.News: Der Ausfall der Microsoft-Cloud-Dienste und Quartalsberichte haben die Nachrichtenlage dominiert. Hier unser Blick in den Markt.

Globale Störung der Microsoft Cloud – Outlook und Teams nicht nutzbar

Das Oberthema Cloud hat am 25. Januar 2023 viele Microsoft-Anwenderinnen und Anwender betroffen. Es kam zu massiven Ausfällen von Microsoft Outlook und Microsoft Teams und langen Ladezeiten anderer Microsoft365-Apps, was die Arbeitsfähigkeit vieler Angestellter beeinflusst hat. Natürlich wurde – und das nicht nur in den sozialen Medien – die Frage nach der Zuverlässigkeit von Cloud-Diensten gestellt. Die FAZ greift das Thema Cloud-Dienste in Deutschland umfassend unter der Überschrift „Microsofts Cloud globale Störung: Ist die Cloud zu unzuverlässig?“ (leider hinter der Paywall) auf.

Diskussion über Cloud, MultiCloud, Hybrid Cloud und On Premises geht weiter

Das Ausmaß von Störungen wachse oft durch die Tatsache, dass wenige große Anbieter die Infrastruktur für den Betrieb von Cloud-Diensten dominierten. Hier stellt sich automatisch die Frage, ob man sich bei Cloud-Diensten nicht zu sehr von einem Anbieter abhängig machen sollte, sondern stattdessen eine Multicloud mit mehreren Providern nutzen oder gar eine hybride Cloud mit einigen Diensten im eigenen Rechenzentrum bevorzugen sollte. Beim konkreten Ausfall hätte das allerdings nichts geholfen, denn hier ist man – sofern die Exchange-Server nicht im eigenen Rechenzentrum laufen – auf die Microsoft Cloud angewiesen.

Fairerweise muss man jedoch die Frage stellen, ob es nicht auch bei im eigenen Rechenzentrum betriebenen Lösungen oder bei in Europa gehosteten Clouds zu Ausfällen kommt oder in der Vergangenheit gekommen ist. Ohne diesen (und andere Ausfälle von Hyperscalern) verharmlosen zu wollen – das sollte und darf nicht passieren: Trotz der massiven Störung wurde das Problem durch Microsoft in wenigen Stunden behoben. Jedoch ist mancher Kommentar, der die Zuverlässigkeit „der Cloud generell in Frage stellt, deutlich „over the top“.

„Microsoft setzt auf KI statt das Metaverse“

Zu Microsoft gab es aktuell – neben der Meldung zum Stellenabbau auch beim Redmonder Konzern – noch weitere bemerkenswerte Nachrichten. Scheinbar zieht man sich aus dem Geschäft rund um Augmented und Virtual Reality zurück und setzte voll auf Künstliche Intelligenz. Wir haben hier über den Einstieg bei OpenAI berichtet. In den Sparten, in denen es um Hololens* und andere AR/VR-Systeme geht, werden dagegen aktuell Stellen gestrichen. Die Mixed-Reality-Brille ist bei einem Test des US-Militärs wohl durchgefallen. heise online berichtet hier unter dem Titel „Vollbremsung und abbiegen: Microsoft setzt auf KI statt aufs Metaverse“.

SAP wächst in die Cloud- On Premises Umsätze sinken

In unseren News KW3-2023 haben wir Peter Färbinger, den Herausgeber von E-3 zitiert, der kommentiert, dass viele SAP-Kunden gerade in Europa On Premises bleiben wollen. Die aktuellen Quartalszahlen von SAP zeichnen jedoch im Wachstum ein anders Bild. Christof Kerkmann vom Handelsblatt berichtet mit der Zwischenüberschrift „Lizenzgeschäft wird zum Auslaufmodell“:

Damit ist dieses Geschäftsmodell, das aufgrund seiner Planbarkeit bei Investoren beliebt ist, für SAP mittlerweile eine maßgebliche Sparte. Dagegen wird der Verkauf von Softwarelizenzen immer mehr zum Auslaufmodell, er trug nur noch 2,1 Milliarden Euro bei, ein Minus von 37 Prozent.

Die Geschäftszahlen zeigen, dass SAP mit der Neuausrichtung vorankommt. Die Erlöse mit Cloudprodukten wuchsen 2022 nach einem ordentlichen Jahresabschluss um 33 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 24 Prozent. Der Current Cloud Backlog, der vertraglich zugesicherte Erlöse für die nächsten zwölf Monate umfasst, legte um 27 Prozent auf zwölf Milliarden Euro zu.

SAP streicht Stellen, „gezielte“ Restrukturierung betrifft 3000 Mitarbeiter

Färbinger, der sehr nah an der SAP Anwendervereinigung DSAG ist, hört wohl vor allem deren Stimme. Die wirtschaftlichen Fakten scheinen eine andere Sprache zu sprechen.

Stellenstreichungen bei allen Tech-Giganten

Unterdessen gehen die Meldungen über Stellenstreichungen bei den Tech-Konzernen weiter. Nahezu jeder bekannte Hersteller hat dies angekündigt, jüngst jetzt IBM.


* Microsoft HoloLens ist eine Mixed-Reality-Brille [1][2], die dem Benutzer erlaubt [2], mit der Unterstützung durch ein Natural User Interface interaktive 3D-Inhalte in seiner Umgebung zu sehen und zu manipulieren [2].

Bild von efes auf Pixabay


Alle zwei Wochen CIOKurator News – eigentlich

Vergangene Woche haben wir noch angekündigt, dass wir unseren CIOKurator Newsletter künftig im zwei-wöchentlichem Rhythmus versenden wollen. Das ist weiter der Plan, doch diesmal haben uns die aktuellen Ereignisse eingeholt, die unserer Meinung nach einen Newsletter rechtfertigen.

Unser CIOKurator-Newsletter ist umgezogen. Wir versenden ihn jetzt direkt aus WordPress heraus. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

CIOKurator.News #55: FinOps und Public Cloud, Automatisierung und Cloud-Architekten und vieles mehr

Auch in dieser Woche kursieren wir wieder die aktuellen Meldungen der deutschen IT-Presse. Unser Kollege Viktor Greve bewertet FinOps als Mittel, die Kosten der Public Cloud im Griff zu behalten. Viktor wird als IT Architekt sicher auch das Thema Automatisierung und Cloud-Architektur interessieren. Das Handelsblatt und die Computerwoche berichten über die Initiative von SAP, mit No Code und Low Code Software durch Anwender entwickeln zu lassen. Weiterhin blicken wir einmal mehr auf Künstliche Intelligenz, verschiedene Aspekte von Cybersecurity und unseren Kunden Symrise, der seine digitalen Arbeitsplätze durch Kyndryl modernisieren und betreiben lässt.

CIOKurator.News #52: Wie bekommen wir die Supply Chain und Logistik in den Griff, Hyperscaler und Cloud, SAP und Microsoft

In unseren heutigen News werfen wir einen Blick in die Lieferketten und die Logistik, die sich aufgrund des Ukraine-Kriegs und von Cyberbedrohungen besonderen Herausforderungen gegenüber sehen. Das BSI warnt vor einer nie dagewesenen Bedrohungslage, die Logistiker fahren die IT-Sicherheitsmaßnahmen hoch. Thomas Landolt von Kyndryl fordert zu Recht, dass der CIO nicht zuletzt wegen des Themas Sicherheit eine viel wichtigere Rolle in der Supply Chain spielen sollte. Er fordert eine datengetriebene Plattform mit soliden IT-Sicherheitsvorkehrungen.
Währenddessen wachsen die Hyperscaler weiter, während sich europäische Anbieter eher in Nischen tummeln. Banken digitalisieren wohl zu langsam, kämpfen aber auch mit Vorschriften, gerade wenn sie in die Cloud wollen, um digitaler zu werden.
Schließlich werfen wir noch einen Blick auf die Quartalszahlen von Microsoft und SAP. SAP-CEO Klein hofft auf den Wendepunkt durch Cloud-Wachstum. Bei Microsoft rücken die Umsätze rund um Azure immer mehr ins Zentrum.
Viel Spaß bei der Lektüre! 

Blick in den Markt: Viel Unruhe bei SAP-Kunden wegen On Premise und Cloud sowie Preiserhöhungen

Alle Jahre wieder tagen die SAP-Anwender, findet der DSAG Jahreskongress statt. Diesmal fand er wieder als Präsenzveranstaltung zwischen dem 11. und 13. Oktober in Leipzig statt. Derzeit herrscht einmal wieder Verunsicherung unter den SAP Kunden. Beispielsweise sind viele Kunden wegen Preiserhöhungen erbost. Wie bei vielen anderen Anwendungen diskutieren sie darüber, ob und wann sie den Weg von SAP in die Cloud gehen wollen oder doch besser On premise bleiben sollten. Nicht nur Peter M. Färbinger, Chefredakteur des E-Magazins und intimer SAP-Kenner, kommentiert Woche für Woche kritisch den Kurs von SAP. Hier einige Hintergrundberichte..

Peter Färbinger zum DSAG-Kongress:

Die Cloud-Strategie der SAP ist ein unausgereiftes, schlecht kommuniziertes und unvollständiges Angebot an die SAP-Community. Der Unmut bei Bestandskunden und Partnern ist hoch …

Source: Hybrid: nicht Fisch, nicht Fleisch – E-3 Magazin

Schon  vor kurzem hat Färbinger scharf geschossen:

Die SAP-Bestandskunden werden SAP-Bestandskunden bleiben, aber das Nichtstun von SAP und einigen Partnern wird sie zwingen, den Anteil an SAP-basierten Lösungen zu reduzieren – zum Vorteil von ServiceNow, Salesforce, Workday, Oracle, Microsoft, Google, IBM und AWS. Von den Rändern her wird das SAP-Hoheitsgebiet ausgehöhlt. Viele Funktionen, die früher sehr selbstverständlich von SAP geliefert wurden, kommen zukünftig von Mitbewerbern. Die bekanntesten Gebiete dafür sind Industrie 4.0, Logistik und künstliche Intelligenz. Jetzt zahlt SAP den Preis für das langjährige Nichtstun.

Source: Nichtstun ist keine Option – E-3 Magazin

Währenddessen wiederholt SAP CEO Christian Klein gebetsmühlenartig die Cloud-Story, obwohl viele Kunden laut DSAG-Umfrage weiter auf On Premise setzen wollen – zumindest teilweise:

Der Manager [SAP CEO Klein] ließ keinen Zweifel daran, wohin der Weg aus seiner Sicht führt: in die Cloud nämlich. Man werde keinen Kunden zurücklassen, sagte Klein und beteuerte: „Ich bin davon überzeugt, dass die Cloud Vorteile bietet.“
Dem können viele SAP-Anwender allenfalls eingeschränkt zustimmen. Insgesamt 93 Prozent der Befragten erklären in der DSAG-Umfrage, On-Premises-Lösungen von SAP hätten für sie weiter eine hohe oder sehr hohe Bedeutung …

Source: DSAG-Jahreskongress 2022: SAP-Anwender haben lange Wunschliste – cio.de

Unmut gibt es derzeit zudem bei den Kunden über Preiserhöhungen. SAP – wie auch Oracle – haben die Preise für Wartung erhöht und das stößt natürlich nicht auf Gegenliebe:

Ein wesentliches Thema war naturgemäß die Preispolitik der SAP. Kunden und Hersteller kommen hier nach wie vor auf keinen Nenner. Wenn seitens der Kundenvereinigung auch grundsätzliches Verständnis für Preiserhöhungen geäußert wurde, gibt es eindeutige Forderungen zur Nachbesserung. Zu uneinheitlich und zu unflexibel ist der aktuelle Ansatz und die Diskussion wird hier sicher noch lange Zeit weiter gehen.

Source: Vom DSAG Jahreskongress 2022: SAPs Preispolitik sorgt für Diskussionen – computerwoche.de

Unruhige Zeiten rund um SAP und die SAP-Kunden. Michael Klein gerät immer mehr unter Druck angesichts eines Wertverlusts 30 Prozent seit Jahresanfang und das Unternehmen fällt hinter den Rivalen Salesforce zurück, wie das Handelsblatt kommentiert. Mut machen dagegen die aktuellen Quartalsergebnisse. Wieder das Handelsblatt berichtet, dass SAP mit der Umstellung des Geschäftsmodells schneller voran komme als erwartet. Im dritten Quartal sei das Cloud-Geschäft um 38 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro, währungsbereinigt um 25 Prozent gestiegen. Wir werden das weiterhin aufmerksam beobachten.

CIOKurator.News #51: Viel Unruhe bei den SAP Kunden und im Management

Alle Jahre wieder schauen die Analysten von Gartner in ihre Glaskugel und sagen die Technologietrends voraus, so auch in diesem Jahr. Ein Trend ist sicher die Notwendigkeit zur Automatisierung. Ob dieses Thema laut Meinung von CIO.DE auch auf der Prioritätenliste stehen sollte? Kosten und ROI sind ganz sicher eine Priorität, gerade beim Thema Cloud.

Alle Jahre wieder tagen die SAP-Anwender, findet der DSAG Jahreskongress statt, diesmal wieder als Präsenzveranstaltung. Und derzeit herrscht Verunsicherung: On premise oder Cloud, Preiserhöhungen, all das wird diskutiert. Die Computerwoche berichtet, E-3 Chefredakteur Peter Färbinger kommentiert.Zum Abschluss haben wir noch drei Beiträge zum Thema Security für Sie ausgewählt.Viel Spaß bei der Lektüre

CIOKurator.News #50: Legacy-Anwendungen, ERP und Data Center auf dem in die Cloud

Die Migration bestehender Legacy- und ERP-Anwendungen setzen den Schwerpunkt unserer dieswöchigen CIOKurator.News. Immer mehr Rechenzentren gehen laut IDC in die Cloud. Ebenso verhält es sich mit Altanwendungen, auch wenn die Migration manchmal schwer, aber gerade unter Sicherheitsaspekten wichtig ist. Kyndryl ist in vielen solcher Projekte eingebunden, beispielsweise bei der Deutschen Bank, und hat diesbezüglich eine Kooperation mit Microsoft geschlossen. Kyndryl CTO Stephan Hierl ordnet in einem Gespräch mit Storage Insider nochmals die Service-Angebote des Unternehmens ein. Schließlich stecken viele CIOs in der Zwickmühle: Investieren Sie viel in IT-Security, reicht das Geld womöglich nicht für andere Projekte.
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