Eine Global-Network-Peering-Plattform in Frankfurt ebnet deutschen Unternehmen den Weg in die Hybrid IT und Multi Cloud 

94 Prozent der Unternehmen weltweit nutzen heute schon einen Mix aus unterschiedlichen Cloud-Modellen: private, public und dedicated.[1] Das ist das Ergebnis des Transformationsdrucks, den Industrie 4.0 und Digitalisierung der Geschäftsprozesse auf die IT-Landschaften ausüben. Und es ist nur ein Zwischenstand. Denn weiterhin werden klassische Infrastrukturen ersetzt – der Umzug der Unternehmen in die Hybrid- und Multi-Cloud ist längst nicht abgeschlossen. 

Unternehmen, die sich in der Cloud-Migration befinden, sehen sich üblicherweise mit diesen drei großen Herausforderungen konfrontiert: 

  • Zunehmend komplexe Infrastrukturen auf allen Ebenen und Ende zu Ende 
  • Wachsende und variable Anforderungen an Sicherheit, Leistung, Laufzeiten, Skalierbarkeit und Service Levels 
  • Hohe Kosten, wenn sie versuchen, die aus dem Multi-Cloud-Ansatz resultierenden neuen technischen und fachlichen Anforderungen in ihren traditionellen Enterprise-Netzwerken umzusetzen 

Bei den heutigen und den künftig entstehenden Hybrid-IT- und Multi-Cloud-Infrastrukturen kommt daher den Netzwerken eine ganz neue, wirklich strategische Bedeutung zu. Dies erfordert ein wirkliches „Neu-denken“ von Netzwerken – den sogenannten nextGen Network Approach mit einheitlicher paketvermittelnder Netzwerk-Infrastruktur. Dieser Ansatz erlaubt es, die zentralen Herausforderungen von Multi-Cloud-Umgebungen zu adressieren. 

Eine Plattform für alles 

Kyndryl hat dafür die Hybrid-IT-Multi-Cloud-Global-Network-Peering-Plattform entwickelt. Als integraler Bestandteil der „Journey to Cloud“ erleichtert sie Unternehmen die Netzwerktransformation, indem sie Infrastrukturen modernisiert und das Management von Netzwerk-Services vereinheitlicht.

Die Plattform ermöglicht es Unternehmen – einmal (und nur einmal!) angebunden – ihr bestehendes Netzwerk weiter zu nutzen, um einerseits von Kyndryl gehostete Services und andererseits cloud-basierte Applikationen und Dienstleistungen zu erreichen. Und das, ohne dass sie in dedizierte Netzwerkressourcen investieren, lange Bereitstellungszeiten oder technische Einschränkungen akzeptieren müssen.  

Standort Frankfurt – ideal für deutsche Unternehmen 

Das Angebot ist in Deutschland, Europa und international verfügbar. Die Hybrid-IT-Multi-Cloud-Global-Network-Peering-Plattform in Deutschland befindet sich im Herzen einer der wichtigsten internationalen Hotspots für Netzwerk- und Internetknoten sowie für die Hyperscaler und Cloud Service Provider: in Frankfurt. Auch die strategischen Kyndryl-Datacenter sind in der Frankfurter Metropolregion, sodass deutsche Kunden von einem optimalen Lösungsportfolio mit minimaler Laufzeit zwischen den einzelnen Services profitieren. 

Das Kundenportfolio von Kyndryl umfasst heute schon deutsche Unternehmen aller Branchen von Automotive über Reisen, Transport und Logistik bis zu Finanzen und IT. Die Kunden profitieren von folgenden Vorteilen der Plattform: 

  • Herstellung direkter und sicherer Verbindungen zu verschiedensten Cloud Providern weltweit sowie deren einheitliches Management 
  • Aktivierung und Skalierung von Cloud Services innerhalb kürzester Zeit 
  • Schnelle und standardisierte Schaltung von Netzwerkumgebungen, sodass die Vorteile der Netzwerk-Virtualisierung schnell genutzt werden können 
  • Sichtbare Netzwerkperformance und -auslastung mit Echtzeitdaten  
  • Schutz des bereits getätigten Infrastruktur-Investments  

Die Rolle von Kyndryl 

Wir als Kyndryl begleiten unsere Kunden in Deutschland in allen Bereichen und Ebenen bei der „Journey to Cloud“-Transformation und treiben die notwendigen Veränderungen voran. Wir bieten technisches Leadership und verstehen uns als Motor der Transformation. Dabei holen wir unsere Kunden dort ab, wo sie gerade stehen. 

Quelle

[1] https://netzpalaver.de/2021/02/11/hybrid-cloud-ist-eindeutig-die-favorisierte-cloud-architektur/#:~:text=94%20Prozent%20der%20Unternehmen%20weltweit,in%20die%20digitale%20Transformation%20begeben.

Ulf-Carsten Geiser
Ulf-Carsten Geiser

Director Hybrid IT & MultiCloud Solutions – nextGen NW platforms

Mehr Frauen sollten sich für Jobs in der IT bewerben. Denn sie werden gebraucht.

Neulich sagte ein Teamleiter beim gemeinsamen Abendessen zu mir, dass er gerne mehr Frauen einstellen möchte, sich aber keine für die offenen Stellen bei ihm bewirbt. Und die Statistik gibt ihm recht: Tatsächlich liegt der Anteil von Arbeitnehmerinnen in der deutschen IT-Branche lediglich bei 18% und damit unter dem internationalen Durchschnitt. Wie lässt sich das ändern? Auf der Suche nach Antworten habe ich auch mit Kolleginnen bei Kyndryl in Deutschland über ihre persönlichen Erfahrungen in der IT gesprochen.

Gegen die Klischees: Die IT ist vielfältig

Ich persönlich dachte immer, dass es die Klischees sind, die Frauen davon abhalten, sich für technische Berufe zu entscheiden: Wenn man an IT denkt, hat man gleich die Vorstellung vor Augen von Nerds in Kapuzenpullis hinter Computern. Dabei ist IT viel mehr als etwa das isolierte Entwickeln von Software: Projektmanagement, digitales Marketing, Sales und vieles mehr gehören genauso zur IT-Branche.

Und heutzutage kann man sich keine Abteilung in einem Unternehmen und keine Branche mehr vorstellen, in der die IT keine zentrale Rolle spielen. Deshalb ist es wichtig und notwendig, Frauen für die IT zu begeistern und ihnen die Angst vor der „Technik“ zu nehmen. Am besten so früh wie möglich, also sollten wir schon bei den Schülerinnen anfangen. Denn die ganze Branche profitiert davon: Diversität schafft neue Sichtweisen und steigert damit auch die Kreativität in Teams.

Für mich ist vor allem die Dynamik in der IT-Welt sehr spannend. Ich habe in meiner Rolle als Partnerin im Bereich Business Development bei Kyndryl die Möglichkeit, dank meiner Kund:innen unterschiedliche Branchen und deren Kerngeschäft kennen zu lernen. Man hat bei Kyndryl die Möglichkeit, den Schwerpunkt dort zu legen, wo man sein Interesse hat. Meine Kollegin Mona Lisa Merkert, Customer Unit Leader Consumer & Industrial bei Kyndryl in Deutschland, hat es sehr schön im Interview formuliert, als ich sie fragte, was sie an der IT fasziniert und ob man eine Überfliegerin sein muss, um Informatik zu verstehen:

Faszination für das Tempo der Veränderung

„Was mich vor allem fasziniert, ist das Tempo, mit dem sich alles weiterentwickelt: Was in meiner Kindheit Science Fiction war, ist für meine Kinder heute schon wieder „out“. Es gibt so viele Möglichkeiten, die die IT jeder Einzelnen von uns eröffnet, sei es über Smart Home oder über Telekommunikationstechniken, die uns jederzeit mit Freunden und Familie auf der ganzen Welt in Kontakt bleiben lassen. Und ohne IT kann das Geschäft von Unternehmen unabhängig von der Größe oder der Branche, schlicht nicht mehr funktionieren.

Und zur Frage mit der Überfliegerin: Das kommt natürlich stark auf die Definition von „Verstehen“ an. Auch ich als Nicht-Informatikerin habe ein gewisses IT-Verständnis, eben auf der Ebene, die mich mit meinen Kund:innen über deren Anforderungen und Themen reden lässt. Das wiederum macht auch Unternehmen wie Kyndryl aus: Jede(r) wird im Idealfall dort eingesetzt, wo die eigenen Stärken liegen, wo die Arbeit Spaß macht und man so einen erfolgreichen Beitrag zum großen Ganzen leisten kann.“

Mona Lisa Merkert, Customer Unit Leader Consumer & Industrial bei Kyndryl in Deutschland

Und ja, ihr habt richtig gelesen: Mona Lisa ist Mama von zwei Kindern. Sie kann Beruf und Privatleben sehr gut unter einen Hut bringen und hat eine steile Karriere bei Kyndryl gemacht. Und IT-Fachfrauen sind sogar mit ihrer Work-Life Balance sehr zufrieden: Dies gilt für mehr als die Hälfte der Frauen in der Branche, weil sie Beruf und Privatleben miteinander vereinbaren können.

Vorbilder prägen den eigenen Berufswunsch

Auch die Behauptung, dass Frauen grundsätzlich keine Ahnung von Technik haben, stimmt nicht. In Ländern wie Malaysia, Oman oder den Vereinigten Arabischen Emiraten studieren mehr Frauen Mathematik, Natur- oder Ingenieurwissenschaften als in Deutschland. Ein Drittel der Informatikabsolvent:innen in der Türkei sind Frauen.

Ich persönlich wurde sehr von meinem Bruder geprägt, der heute Ingenieur ist und auch seit Jahren in der IT arbeitet. Er konnte mir die technischen Themen so erklären, dass ich es verstand. Da habe ich gemerkt, dass man für einen Job in der IT kein Nerd sein muss. Meine Kollegin Anne Böhme ist Senior IT Architektin für nationale und internationale Projekte sowie Technical Leader bei Kyndryl in Deutschland und hatte eine ähnliche Erfahrung. Auch sie wurden von ihrem Bruder und ihrem Vater geprägt und es hat keine Rolle gespielt, dass sie eine Frau ist. Nebenbei bemerkt: Auch Anne kann bei Kyndryl Karriere und Privatleben sehr gut unter einen Hut bringen. Sie ist Mama von zwei Mädchen.

Auch Quereinsteigerinnen sind gefragt

Man muss aber nicht von Kindesbeinen an mit IT in Berührung kommen, einen Ingenieur oder eine Ingenieurin in der Familie haben, um sich später für einen Beruf in der IT zu entscheiden. Barbara Koch, Talent Academy Leader bei Kyndryl in Deutschland, ist der lebende Beweis dafür. Sie hat nach der Schule den Beruf der Bankkauffrau gelernt und hat nach einer Weiterbildung als System Engineer die E-Mail-Infrastruktur einer Bank aufgebaut. So hat sie ihre Karriere in der IT-Branche weitergeführt. Heute ist Barbara Talent Academy Leader und sorgt dafür, dass Kyndryls sich weiterbilden können.

Bei Kyndryl muss man kein Nerd sein, die Arbeit ist nicht monoton und wir können ortsunabhängig arbeiten, um auch Zeit für Familie und Hobbys zu haben. An dieser Stelle möchte ich mich dem Aufruf meiner Kollegin Anne Böhme an die Frauen und Mädchen anschließen: „Seid mutig, glaubt an euch und geht euren eigenen Weg!“

Denn wie sagte einst die Pionierin der Computerprogrammierung Grace Hopper:

„Ein Schiff im Hafen ist sicher, aber dafür sind Schiffe nicht gedacht.“

Semra Özkaya
Semra Özkaya

Semra Özkaya ist Business Development Partnerin bei Kyndryl Deutschland. Ihre Aufgabe ist der Kundenaufbau mit Kunden, wo noch kein Geschäft ist. Sie hat Wirtschaftswissenschaften an der Universität Duisburg studiert und ist Diplom Ökonomin.

Was „Service Integration and Management“(SIAM) leisten kann –und wie Sie die neue Schlüsselfunktion aufbauen

Multi-Sourcing ist für viele Unternehmen inzwischen eine Notwendigkeit. Doch mehrere IT-Dienstleister lassen sich nicht nebenbei steuern –jedenfalls nicht auf effiziente Weise. Eine SIAM-Funktion (Service Integration and Management) ist daher der neue Schlüssel zum Erfolg von IT-Organisationen.

In diesem Leitfaden lesen Sie, wie die SIAM-Funktion aufgebaut ist und welche Aufgaben sie übernimmt. Zudem lernen Sie die vier Etappen der SIAM-Roadmap kennen.

Inhalt:

  1. Ist-Zustand: Multi-Sourcing führt zu Multi-Schnittstellen
  2. Die Folgen: Überlastung, zunehmende Service-Probleme und Eskalation
  3. Gesucht: Ein strukturelles Konzept für die Multi-Provider-IT-Umgebung
  4. Die Lösung heißt SIAM: Service Integration and Management
  5. Die wichtigsten Aufgaben der SIAM-Funktion
  6. Projekt-Start: Am Anfang viele Fragen
  7. Arbeitsfelder und Arbeitspakete
  8. SIAM-Roadmap: In vier Etappen zur Service-Integration
  9. Die Ergebnisse der Etappen
  10. Fazit: Individuelle Anforderungen – individuelle Lösungen

1. Ist-Zustand: Multi-Sourcing führt zu Multi-Schnittstellen

Immer mehr Unternehmen setzen auf Multi-Sourcing: Outsourcing an mehrere IT-Serviceprovider. Dafür gibt es gute Gründe. Doch der Auftraggeber muss beim Multi-Sourcing verschiedene Dienstleister steuern und überwachen. Mit jedem neuen Provider steigt die Zahl der Schnittstellen – organisatorisch, technisch und prozessual.

Die Multi-Provider-Steuerung wird gegenwärtig zur Kernkompetenz in der IT. Jedoch haben viele Unternehmen daraus noch nicht den Schluss gezogen, die Aufgaben systematisch zu strukturieren und eine entsprechende Funktionsebene einzuziehen. Stattdessen wird improvisiert – mit negativen Folgen für die Leistungsfähigkeit der gesamten IT.

2. Die Folgen: Überlastung, zunehmende Service-Probleme und Eskalation

Die internen Fachleute, die die Steuerung der Dienstleister zusätzlich zu ihren anderen Aufgaben übernehmen, stoßen inzwischen in vielen Unternehmen an ihre Grenzen. Ihnen weitere Mitarbeiter zur Seite zu stellen, kostet viel Geld, löst aber das grundsätzliche Problem nicht. Denn es liegt nicht nur an der Menge der Aufgaben.

Solange die Komplexität nicht strukturell bewältigt wird, wächst die Belastung mit jeden neuen Provider weiter. Probleme mit den Services häufen sich. Die gesamte Organisation leidet. Mit zunehmendem Stress eskaliert die Situation. Die Dienstleister schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Die IT-Organisation des Auftraggebers droht mit Vertragsstrafen. Doch die Leistungen bleiben ungenügend.

3. Gesucht: Ein strukturelles Konzept für die Multi-Provider-IT-Umgebung

Die IT-Verantwortlichen müssen sich schließlich auf die Suche nach einer grundlegend neuen Lösung machen. Sie erkennen: Es braucht eine gut durchdachte Konzeption für die Multi-Provider-IT-Umgebung – die strukturierte Steuerungsfunktion durch Service-Integration ist ein Schlüssel für den Erfolg moderner IT-Organisationen.

Doch worauf kommt es bei der Service-Integrations-Funktion an? Und wie sieht der Weg zur Etablierung dieser neuen Kernfunktion aus?

4. Die Lösung heißt SIAM: Service Integration and Management

Unternehmen, die die Herausforderungen der Multi-Providersteuerung erkannt haben und sich ihnen stellen, setzen auf den Aufbau und die Stärkung einer SIAM-Funktion. SIAM steht für „Service Integration and Management“ und ist die Verbindung zwischen interner IT und den Dienstleistern.

Das Ergebnis ist ein Ökosystem mit drei Schichten:

  1. Die interne IT-Organisation deckt die Strategieebene ab: Dies umfasst beispielsweise Kundenmanagement, Serviceportfolio, Programmmanagement, Unternehmensarchitektur.

    Entscheidungshoheit, strategische Aufgaben sowie die Leitung und Kontrolle des Service-Integrators bleiben bei der internen IT.
  2. Der Service-Integrator deckt die Integrationsebene ab: Hierzu zählen unter anderem Lieferantenmanagement und -koordination, „Ende-zu-Ende“-Berichterstattung und kontinuierliche Verbesserung. Typischerweise fokussiert die SIAM-Funktion sich auf operative und ausgewählte taktische Service-Integration-Aufgaben.

    Die Service Integrator Rolle kann intern aufgebaut und ausgeführt oder an einen externen Service Provider vergeben werden. Auch Mischformen kommen vor.
  3. Mehrere Service Provider decken die Schicht der Leistungserbringung (Delivery) ab: Beispielsweise Anwendungsentwicklung und -support, Netzwerkdienste und Hosting.

5. Die wichtigsten Aufgaben der SIAM-Funktion

Je mehr IT-Service-Provider eingebunden werden, desto größer ist die Notwendigkeit, eine SIAM-Funktion aufzubauen und zu beherrschen. Ein Überblick über die Aufgaben der Funktion macht das deutlich:

  • Service-Provider operativ steuern
  • Qualität der gelieferten IT-Services transparent machen
  • Operative Governance-Meetings mit den Service-Providern leiten
  • Service-Provider in den Governance Meetings der internen IT vertreten
  • Bei Störungen im SIAM-System die schnellstmögliche Wiederherstellung koordinieren
  • Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Dienstleistern fördern
  • End-to-End-Services bereitstellen
  • Bestmögliche Wertschöpfung durch die Dienstleister sicherstellen

6. Projekt-Start: Am Anfang viele Fragen

Es ist wichtig, frühzeitig in der Konzeption den angemessenen Schnitt von Aufgaben und Verantwortlichkeiten zwischen interner IT, der SIAM-Funktion und den Service-Providern zu finden. Zu Beginn des Projektes gilt es daher, erst einmal eine Vielzahl von Fragen in den Raum zu stellen. Dadurch wird schnell klar, dass der Aufbau einer Service-Integrator-Funktion ein mehrdimensionales Unterfangen ist:

  • Welche Services von welchen Service-Providern sollen durch die Service-Integrations-Funktion gesteuert werden und wann und in welchem Umfang sollen sie Teil des SIAM-Projektes sein?
  • Wie sollen die Service-Management-Werkzeuge der internen IT-Organisation mit dem Werkzeug der IT-Service-Provider verbunden werden?
  • Welches Werkzeug nutzt die Service-Integrator-Funktion selbst?
  • Welche Service Management Tools sollen auf welche Art und Weise integriert werden?
  • Welche Informationen müssen innerhalb des Ökosystems übertragen werden, um die bestmögliche Steuerung zu ermöglichen?
  • Wie kann eine Kultur der Zusammenarbeit etabliert und die Organisation auf eine integrierte Servicebereitstellung ausrichtet werden?
  • Wie können die Service-Management-Prozesse der beteiligten Unternehmen jeweils als übergreifende Prozesse aufgesetzt und operationalisiert werden, damit Rollen und Verantwortlichkeiten klar zugewiesen sind?
  • Sollen operative SIAM-Aufgaben durch eine interne Funktion abgedeckt werden oder soll ein externer Service Integrator beauftragt werden?
  • Was ist bei den Service-Provider-Verträgen zu beachten?
  • Was ist das geeignete Governance-Modell (Zusammenarbeitsstruktur) für das Multi-Sourcing-Ökosystem?

Diesen Fragen müssen sich die IT-Organisationen stellen und festlegen, wie sie ihre Service Integration aufbauen wollen.  In jedem der Bereiche sind Vorgaben und Standards zu definieren. Werden all diese Dimensionen schon von Anfang an berücksichtigt und die entsprechenden Wissensträger eingebunden, hat das Projekt gut Aussichten auf Erfolg.

7. Arbeitsfelder und Arbeitspakete

Im Allgemeinen entstehen aus der Beschäftigung mit den oben genannten Fragen folgende Arbeitsfelder, die als Arbeitspakete aufgesetzt werden können:

  1. Service-Portfolio
  2. Provider-Verträge
  3. ITSM Tools & Integration
  4. End-to-End Service Management
  5. Organisations-Modell
  6. Governance-Modell
  7. Reporting & Dashboarding

8. SIAM-Roadmap: In vier Etappen zur Service-Integration

In dem sehr empfehlenswerten Buch „SIAM Foundation Body of Knowledge“ beschreiben die Autorinnen und Autoren die typischen vier Etappen bei der Einführung der SIAM-Funktion.

  1. Untersuchung und Strategie (Discovery & Strategy)
    Initiierung des SIAM Transformationsprojekts, Formulierung der Schlüsselstrategien unter der Berücksichtigung der Ist-Situation
  2. Planung und Entwicklung (Plan & Build)
    Design für SIAM vervollständigt und die Planung für die Transformation
  3. Implementieren (Implement)
    Übergang vom aktuellen „as-is“-Zustand zum „to-be“-SIAM-Modell
  4. Betrieb und Anpassung (Run & Improve)
    Betrieb des SIAM-Modells, tägliche Servicebereitstellung, Prozesse, Teams und Tools sowie kontinuierliche Verbesserung

Die Etappen sind iterativ: Beispielsweise stehen die Ergebnisse der ersten Etappe in Etappe 2 auf dem Prüfstand und können auf Basis der Erkenntnisse dieser Etappe angepasst werden.

9. Die Ergebnisse der Etappen

Vertiefen wir die oben vorgestellten Schritte. Welche Ergebnisse sollten in den einzelnen Etappen mindestens erzielt werden?

  1. Untersuchung und Strategie (Discovery & Strategy)
    • SIAM-Projekt ist aufgesetzt
    • Strategische Ziele sind definiert
    • Governance-Anforderungen und übergeordnetes SIAM-Governance-Framework sind beschrieben
    • Prinzipien und Richtlinien für Rollen und Verantwortlichkeiten sind definiert
    • Karte bestehender IT-Services und Service-Provider liegt vor
    • Aktueller Reife- und Leistungsgrad ist geklärt
    • SIAM-Strategie ist aufgeschrieben
    • Ein erster Entwurf des SIAM-Modells liegt vor
  2. Planung und Entwicklung (Plan & Build)
    • Vollständiges Design des SIAM-Modells ist erstellt – es umfasst:
      1. Services, Service-Gruppen und Service-Provider („Service-Modell“)
      2. Ausgewählte SIAM-Struktur
      3. Prozessmodelle
      4. Rollen und Verantwortlichkeiten
      5. Governance-Modell
      6. Performancemanagement und Reporting Struktur
      7. Kooperationsmodell
      8. Werkzeugstrategie
      9. Kontinuierlicher Verbesserungsrahmen
    • Organisatorische Change-Management-Aktivitäten sind definiert
    • Service-Provider für die Service-Integrator-Funktion ist ausgewählt (oder interne Mitarbeitende sind dafür abgestellt)
    • Weitere Service Provider sind ausgewählt
  3. Implementieren (Implement)
    • Das neue operative SIAM-Modell steht und wird durch entsprechende Verträge und Vereinbarungen unterstützt.
  4. Betrieb und Anpassung (Run & Improve)
    • Die SIAM-Funktion erfüllt ihre oben beschriebenen Aufgaben. Der laufende Betrieb des bringt Berichte, Servicedaten und Prozessdaten hervor. Die Informationen werden zur Weiterentwicklung und kontinuierlichen Verbesserung verwendet.

10. Fazit: Individuelle Anforderungen – individuelle Lösungen

Die Anforderungen – und die Möglichkeiten – der Unternehmen unterscheiden sich stark. Daher gibt es für den systematischen Aufbau eines Multi-Sourcing-Ökosystems mit Service-Integrations-Funktion keine „One-Size-Fits-All“-Lösung.

So entscheiden sich manche Unternehmen die Service-Integration als neue Schlüsselfunktion und Kernkompetenz intern aufzubauen. Andere verzichten darauf. Entweder, weil ihnen die Kapazitäten fehlen und sie aufgrund des Fachkräftemangels auch keine Möglichkeit sehen, das zu ändern. Oder, weil die interne IT grundsätzlich das maximale Set an operationalen Aufgaben vergeben und nur als höchste Entscheidungsinstanz involviert werden will.

Jedes Unternehmen muss den für sich passenden Ansatz finden. Entscheidend ist, überhaupt zu dem Schluss zu kommen, dass die Service-Integration systematisch aufgesetzt werden muss, um dauerhaft zufriedenstellende IT-Leistungen von den Providern zu erhalten.

Sie fragen sich, ob es auch für Sie Zeit ist, eine SIAM-Funktion aufzubauen? Nehmen Sie Kontakt zu den Autoren auf.

Frank Deleiter und Jens Wegener, Strategieberater bei Kyndryl Deutschland

Frank Deleiter
Frank Deleiter

Frank Deleiter ist Strategieberater bei Kyndryl Deutschland.

Jens Wegener
Jens Wegener

Jens Wegener ist Strategieberater bei Knydryl Deutschland.

“Eine Führungskraft ist ein Mensch, der dem Team Mehrwert liefert”: Interview mit Maren Fähndrich zum Weltfrauentag 2022

Maren Fähndrich ist Geschäftsführerin der Kyndryl Deutschland Business & Technology Services (B&TS). Ein Interview anlässlich des Weltfrauentags.

CIO-Kurator Redaktion: Maren, wie bist du in deine heutige Position gelangt – und macht dir die Arbeit als weibliche Führungskraft in der männlich geprägten IT-Branche eigentlich Spaß? 

Maren Fähndrich: Wenn mir die Arbeit keinen Spaß machen würde, hätte ich reichlich Gelegenheit gehabt, etwas anderes zu machen: Ich bin schon seit 23 Jahren im Unternehmen und mit dem Spin-Off von IBM 2021 zu Kyndryl gegangen. Im Konzern habe ich mich über verschiedene Aufgaben in Fach-, Projekt- und Führungs-Rollen zu meiner heutigen Position entwickelt. Jetzt bin ich nicht nur Geschäftsführerin der Kyndryl Deutschland Business & Technology Services, sondern auch Führungskraft im Bereich IT-Architektur. 

Was motiviert dich an jedem neuen Tag? 

Abwechslung und vor allem das Zusammenarbeiten mit den Menschen. Jeden Tag stehen die verschiedensten Aufgaben und Themen an: Gespräche mit Kunden über Projekte mit strategischen Ausrichtungen, Entwicklungsgespräche mit Mitarbeitenden, Interviews, um offene Stellen zu besetzen. Die vielen unterschiedlichen Handlungsfelder und der Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen machen den Job aus meiner Sicht so spannend. Jeder Tag ist anders und bringt neue Begegnungen. 

Was macht einen guten Führungsstil aus? 

In der IT-Landschaft befinden wir uns in einem permanenten Veränderungsprozess. Die sich stetig wandelnden Märkte sind die Herausforderung, der wir als Kyndryl gerecht werden wollen. 

Die Reorganisation des Unternehmens nach dem Spin-Off ist geprägt durch Schaffung schlankerer Strukturen und Optimierung der Prozesse. Die Bearbeitung von Aufgaben verändert sich: Sie werden immer mehr zu Aufträgen, die die Mitarbeiter eigenständig und in Kommunikation mit anderen Unternehmensbereichen erledigen.  

Vor diesem Hintergrund gewinnen in der Führung Kompetenzen wie Change Management, Kommunikationsfähigkeit, Coaching, Mitarbeitermotivation und -bindung immer mehr an Bedeutung. Untersuchungen belegen, dass dieser Mix an Kompetenzen häufiger im Führungsverhalten von Frauen zu beobachten ist. 

Welche Soft Skills sollte eine Führungskraft in einer technischen Branche mitbringen? 

Erstens die Freude am Lernen und der Wille, jeden Tag etwas Neues dazu zu lernen. Dazu zählt auch, aus Erfahrungen zu lernen und die gewonnenen Erkenntnisse in der nächsten Situation umzusetzen und einzusetzen. 

Und wichtig: Lernen ist immer beidseitig, jeder lernt von jedem, zum Beispiel jüngere Menschen von älteren und andersherum. Gemeinsam und voneinander zu lernen ist ein unglaublicher Beschleuniger, darum ist es so wichtig in der schnell bewegenden technischen Welt. 

Das zweite Element ist die Begeisterung für die Rolle der Führungskraft – und damit die Begeisterung für Menschen. Nicht nur selbst begeistert zu sein, sondern auch andere begeistern zu können: Diese Fähigkeit ist essenziell. Sei es im eigenen Team, also in der Motivation der Mitarbeitenden. In der eigenen Organisation – da geht es um das Betriebsklima. Außerdem zählt die Fähigkeit dazu, Menschen außerhalb des Unternehmens zu begeistern. 

Was machst du als weibliche IT-Führungskraft anders? 

Es wird mir sehr oft gesagt, dass ich anders bin. Mein persönliches Motto ist: Eine Führungskraft ist nicht jemand, der über anderen steht und Arbeitsanweisungen erteilt und andere beurteilt. Vielmehr ist eine Führungskraft ein Mensch, der mit dem Team arbeitet, dem Team Mehrwert liefert und einen wichtigen Dienst am Team leistet. 

Eine Führungskraft muss das Individuum und das Team in die Lage versetzen, das bestmögliche, das in jedem und jeder Einzelnen steckt, zutage zu fördern. Ich bin immer wieder extrem begeistert, wenn wir das in den Projekten verankern und damit eine hohe Motivation und ein gutes Betriebsklima schaffen. 

Dein letztes Wow-Erlebnis: Wann war das? 

Das kann ich ganz klar sagen: Zu Beginn des Jahres 2022 habe ich für alle Mitarbeitenden, die direkt an mich berichten, gemeinsam mit einem bekannten Business Coach individuelle Videobotschaften aufgenommen, so genannte „Neujahrsimpulse“. Ich wollte ihnen Wertschätzung zeigen und Inspiration und Denkanstöße geben sowie auf ihre spezifischen Fragen eingehen. Dafür habe ich zuvor die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebeten, mir Fragen zu Herausforderungen zu schicken, die sie ganz aktuell in ihrem beruflichen Alltag umtreiben, wo sie Unterstützung benötigen könnten. Der Business Coach hat diese Fragen dann in Videoform beantwortet. An diesem Projekt habe ich sehr deutlich gespürt, wie intensiv sich jeder und jede mit der Verantwortung seiner Position auseinandersetzt. Das hat mich stark beeindruckt. Und es war für mich auch ein Aha-Effekt dahingehend, dass die Herangehensweise bei Männern anders war als bei Frauen. 

Und was auch toll war: Die Offenheit und das Vertrauen zwischen den Mitarbeitenden und mir als Führungskraft haben diese Aktion erst möglich gemacht. Wenn man als Führungskraft dort angekommen ist, dann macht Führen Spaß! 

Was möchtest du Frauen mitgeben, die eine Laufbahn in der IT einschlagen wollen? 

Frauen, traut euch! Und nehmt die Chance einer Ausbildung in den MINT-Berufen wahr. 

Frauen bringen mehr Vielfalt ins Unternehme und, auf die Führungsebenen. Sie tragen damit zu einer ausgewogenen Unternehmenskultur bei, die nachweislich für den Erfolg des Unternehmens wichtig ist. 

Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir Frauen die Chance geben, dann beweisen sie sich!

Maren Fähndrich
Maren Fähndrich

Maren ist Geschäftsführerin Kyndryl Deutschland B&TS GmbH und leitet in dieser Funktion ein Team von Architekten. In Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeitern ist die Erbringung professioneller Dienstleistungen mit einem starken Fokus auf Qualität, Kundenzufriedenheit und Kosteneffizienz das primäre Ziel. Aufgrund ihrer breiten IT-Kompetenz und ihrer vorbildlichen Zusammenarbeit  genießt sie hohe Reputation und ausgeprägte Sichtbarkeit bei Führungskollegen, Mitarbeitern und Liefergemeinschaften.

Sind kritische IT-Infrastrukturen gegen Cyberangriffe gewappnet? Was können wir noch tun? Interview mit Dominik Bredel

Die Gefahr der Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen treibt IT-Fachleute weltweit um – aktuell stärker denn je. Gerade erst war Log4j das alles beherrschende Thema. Jetzt warnen Behörden und Sicherheitsfachleute – auch hierzulande – vor zerstörerischen Malware-Angriffen auf IT-Systeme im Zuge der Ukraine-Krise. Am schlimmsten wären die Folgen bei Organisationen, die kritische Infrastrukturen betreiben. Also zum Beispiel Behörden und Krankenhäuser, aber auch Banken und Energieversorger. 

In dieser Ausgabe des regelmäßigen Kyndryl Security Talks teilt Dominik Bredel, Security-Experte bei Kyndryl in Deutschland, seine Einschätzung der aktuellen Lage. Er sagt, wie weit die Betreiber kritischer Infrastrukturen mit der Umsetzung der aktuell geltenden Sicherheitsvorschriften sind. Und er nennt drei Maßnahmen, mit denen Organisationen sich gegen Cyberangriffe schützen oder deren Folgen mildern können. 

Im Mittelpunkt von Dominik Bredels Arbeit steht die Business Continuity seiner Kunden und die ständige Anpassung an neue Sicherheitsbedrohungen und regulatorische Standards durch ganzheitliche Cybersecurity-Systeme mit präventiven und reaktiven Maßnahmen. Der Kyndryl-Experte betont, dass 80 Prozent der erfolgreichen Angriffe nach wie vor durch Fehlverhalten der End-User ermöglicht werden. Hier sieht er einen wichtigen Ansatzpunkt für den Schutz der IT-Infrastrukturen. Dabei müssten alle Mitarbeitenden mitgenommen werden:

„Das simple, oft unterschätzte Thema Endanwender muss wieder in den Vordergrund rücken.“ 

Dominik Bredel, Security-Experte Kyndryl

Der Cyberraum ist zum Ort der erweiterten Kriegsführung geworden 

Auch die Sicherheitsbehörden haben aufgerüstet. Grundsätzlich ist Dominik Bredel der Meinung, dass die aktuellen Vorschriften für Betreiber kritischer Infrastrukturen in die richtige Richtung gehen. Allerdings findet nach seiner Erfahrung die Umsetzung oft verzögert statt, da Security-Projekte meist kostenintensiv, komplex und nicht leicht zu realisieren sind. 

Diese Maßnahmen empfiehlt der Experte von Kyndryl gegen Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen: 

  1. Antizipieren: Nicht abwarten und schauen was passiert, sondern proaktiv handeln. Dazu gehören die Analyse von Anomalien im Netzwerk und Threat Hunting, zum Beispiel Suche nach Impossible Travel (ein Nutzer an zwei Orten eingeloggt), und vieles mehr. 
  1. Schützen: Sicherstellen, dass vorhandene Security-Maßnahmen korrekt funktionieren und korrekt konfiguriert sind. Dies umfasst Backup und Recovery, die Kopie des Active Directories sowie aktuelle Patches. 
  1. Standhalten:  Klarheit schaffen, was im Falle eines Cyberangriffs zu tun ist. Wann war die letzte Übung und Simulation? Wissen die Mitarbeitenden, wie sie einen Angriff melden? Kennen die relevanten Personen die Cybersecurity Playbooks? 

„Durch den Betrieb kritischer Infrastrukturen bringt Kyndryl jahrzehntelange Erfahrung mit, wie auf Angriffe und Bedrohungen zu reagieren ist. Auch in einer dynamischen Bedrohungslage gibt es bewährte Methoden, um neue Risiken zu antizipieren.“ 

Dominik Bredel, Security-Experte Kyndryl Deutschland

Wie Kyndryl die IT-Transformation sicherer macht und beschleunigt

Kyndryl ist mit rund 90.000 Mitarbeitenden weltweit gestartet. Ihre Expertise ist das wertvollste Asset des IBM-Spin-offs. Sie liegt zum einen im Betrieb von IT-Infrastrukturen. Zum anderen fokussieren sich IT Management Berater und Enterprise Architekten auf die Beratung zur Modernisierung und zum Aufbau neuer IT-Betriebsmodelle. Mit den Kyndryl Advisory & Implementation Services (A&IS) unterstützen sie Unternehmen bei der Transformation ihrer IT. 

Stefan Pfeiffer spricht mit Benedikt Ernst, dem Leiter IT Strategie und Transformation innerhalb von A&IS, darüber, warum es so wichtig ist, nicht bei der Beratung stehenzubleiben – sondern mit den Kunden in die Umsetzung zu gehen. Und warum alle A&IS-Projekte von Kyndryls Expertise im Infrastruktur-Betrieb profitieren. 

„Hören wir bei der Beratung auf? – Nein! Wir sind nicht nur Berater, sondern auch Umsetzer – und bringen die Erfahrung aus dem Infrastruktur-Betrieb mit.“

Benedikt Ernst, Leiter IT-Strategie und Transformation bei Kyndryl A&IS

Kyndryl berät seine Kunden zu Strategie, Prozess, Technologie und Organisation. Die Expertise aus dem Infrastruktur-Betrieb fließt in die Beratung ein – bewährte Methoden geben Sicherheit und beschleunigen den Prozess. Es folgt die Umsetzung: Kyndryl begleitet den Kunden mit seinem Know-how, bis die Transformation erfolgreich abgeschlossen ist.

Benedikt Ernst nennt das „übersetzen und umsetzen“. Im ersten Schritt gilt es das Geschäftsmodell und die heutigen und künftigen Anforderungen des Kunden zu verstehen. Diese Anforderungen werden übersetzt in IT-Strategie, -Architektur und -Prozesse – und in einen Weg der Transformation: die gemeinsame Umsetzung.

„Man muss verstehen: Was muss das Unternehmen betreiben, was braucht es für einen stabilen und sicheren Geschäftsbetrieb? Und das muss alles vorab definiert, erprobt und getestet sein.“

Benedikt Ernst, Leiter IT-Strategie und Transformation bei Kyndryl A&IS

In dem gesamten Prozess kommen die tiefgehende Expertise der Kyndryl-Experten zur Anwendung: Strategieberatung, App, Data & AI, Anwendungsmigration, Security & Resiliency, Netzwerk, Hybrid IT und mehr. Benedikt Ernst, „Berater aus Leidenschaft“, illustriert den Prozess mit zwei Beispielen aus der Arbeit mit den Kyndryl-Kunden B. Braun und Universitätsmedizin Mainz.

Und er gibt Auskunft über die wichtigsten Fragen, die viele Kunden – aller Branchen und Größen – umtreiben:

  1. Wie kann die IT-Strategie umgesetzt werden? Wie können wir die nötigen Skills aufbauen?
  2. Wie schaffen wir den Move in die Cloud und die Zentralisierung unserer IT?
  3. Welche IT-Komponenten haben wir eigentlich und wie sind die wechselseitigen Abhängigkeiten?

Weitere Gespräche mit Expertinnen und Experten aus dem Kyndryl Consulting-Bereich finden Sie hier und hier.

Partnerschaft von Microsoft und Kyndryl: Der Blick über den Tellerrand

Am 12. November 2021 gaben Kyndryl und Microsoft den Ausbau ihrer globalen, strategischen Partnerschaft bekannt. Es geht bei dieser Partnerschaft vor allem um Microsoft Azure, Cloud-Dienstleistungen und darum, Unternehmen in die Microsoft Cloud zu bringen. Was bedeutet die Partnerschaft für Unternehmen in Deutschland? Was erhoffen sich Microsoft und Kyndryl davon und was bringen die beiden Unternehmen in die Partnerschaft ein? Stefan Pfeiffer spricht mit dem Analysten Axel Oppermann darüber, wo die Vorteile dieser Partnerschaft liegen. Axel Oppermann liefert als erfahrener IT-Marktanalyst und Microsoft-Experte eine unabhängige Sicht auf diese Ankündigung.

„Viele Unternehmen haben erkannt, dass Innovationen nur möglich sind, wenn entsprechende Infrastrukturen vorhanden sind.“

Axel Oppermann, IT-Analyst

Microsoft-Kunden erhalten durch diese Partnerschaft einen neuen Beratungs- und Integrationspartner, der ihnen dabei hilft, entsprechende Produkte und Dienstleistungen zu integrieren. Viele Unternehmen in Deutschland stehen derzeit vor einer Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur und dabei steht das Thema Konsolidierung und damit zusammenhängend eine innovative Cloud-Strategie auf dem Plan. Dabei gebe es laut Oppermann Studien, die zeigen, dass über 30 Prozent der Cloud-Projekte nicht die erhofften Ergebnisse bringen.

Dabei sind Partner und Dienstleister vor allem wichtig, die richtige Balance zwischen Cloud- und On Premise-Lösungen sowie die richtige Strategie zu finden. Dabei brauche es Dienstleister, die nicht nur die Microsoft-Brille aufhaben, sondern einen ganzheitlichen Blick liefern. Dies gelte auch im Sinne einer internationalen Abdeckung, wie Kyndryl sie liefert. Dies ist nicht nur für die großen Unternehmen, sondern auch für den gehobenen Mittelstand interessant und da fülle Kyndryl eine Lücke, die es derzeit im Partner-Netzwerk von Microsoft in Deutschland noch gibt.

Eine Partnerschaft, die allen Beteiligten dient

Neben des Nutzens dieser Partnerschaft für die Kunden geht Axel Oppermann im Gespräch mit Stefan Pfeiffer noch darauf ein, welche Vorteile die Ankündigung für Microsoft und Kyndryl selbst bedeutet.

„Es fehlen derzeit Partner, die die Strategie von Microsoft schnell in den Markt bringen und den ganzheitlichen Blick mitbringen.“

Axel Oppermann, IT-Analyst

Partner wie Kyndryl bringen auch Kunden mit, die bisher keinen Fokus auf Microsoft-Produkte gelegt haben. Diesen kann man nun Microsoft-gestützte ganzheitliche Systeme anbieten. Das gleiche gilt auch für Kyndryl, die ihren Kundenstamm ebenfalls erweitern können. Der Ausbau von Multi-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Systemen, Anwendungs-Modernisierungen oder Security-Anforderungen können so effektiver umgesetzt und optimiert werden. Die ganzheitliche und gemeinsame Beratung vor Ort und individuell wird für die nun gemeinsamen Kunden möglich gemacht.

Kurz zusammengefasst:

„Diese Ankündigung zeigt mal wieder, wie wichtig Partnerschaften und Ökosysteme in der IT-Industrie sind.“

Axel Oppermann, IT-Analyst

Kyndryls im Wald: 90.000 Bäume für das Klima

Ein einzelner Baum macht noch keinen Wald. Wie sieht es aber mit 90.000 Bäumen aus? Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kyndryl schaffen bleibende Werte – im Business, aber auch mit dem Spaten in der Hand. Um zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit ganz konkret etwas beizutragen, pflanzen die „Kyndryls“ Bäume: Und zwar einen Baum für jeden Mitarbeiter. Generell haben Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber dem Klima in dem noch jungen Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert, und Kyndryl erarbeitet zu diesen Themen konkrete Richtlinien, um hohe Standards in diesen Bereichen zu setzen und diese zu erfüllen.

Kyndryl übernimmt Verantwortung

Beim Bäume-Projekt arbeitet Kyndryl mit der Life Terra Foundation und One Tree Planted zusammen. Diese beiden Organisationen haben das Ziel, durch Wiederaufforstung den weltweiten Klima-Herausforderungen aktiv zu begegnen –und Kyndryl möchte bei diesem Ziel aktiv unterstützen. Ein einzelner Baum macht vielleicht noch keinen Wald –aber jeder Baum trägt einen wichtigen kleinen Teil bei. Und je mehr die knapp 90.000 Bäume, die nun weltweit gepflanzt werden, wachsen, desto größer werden auch die positiven Auswirkungen dieses Projekts.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kyndryl unterstützen aktiv bei der Wiederaufforstung

1.000 Bäume werden für die deutschen Mitarbeiter von Kyndryl insgesamt im Erbacher Wald gepflanzt. Und dies hat nicht nur Symbolcharakter, sondern der Ort wurde nach ökologischen Gesichtspunkten ausgewählt: An dieser Stelle wurden viele Fichten durch den Borkenkäfer zerstört. Hier werden auch nicht irgendwelche Bäume gepflanzt, sondern ganz bewusst Buchen. Diese Bäume werden bis zu 250 Jahre alt und binden somit CO2 besonders langfristig und nachhaltig und versorgen ca. 10 Menschen pro Tag mit Sauerstoff.

Knydryl macht den ersten Spatenstich

Die Spatenstiche sind gemacht: Am 18. November kamen Vertreter von Kyndryl und der Life Terra Foundation im Erbacher Wald zusammen und starteten mit einem Spatenstich die langfristig angelegte Aktion. Die ersten Bäume wurden unter der Aufsicht von Forstamtsleiter Jost Arnold gepflanzt. Sven Kallen, Gründer der Life Terra Foundation, ist zu diesem besonderen Anlass extra aus den Niederlanden angereist. Markus Koerner, Präsident von Kyndryl Deutschland, erläuterte in einer Ansprache, wie wichtig dieser Beitrag zur Nachhaltigkeit für ihn persönlich und das ganze Unternehmen sei. Und er zog einen sehr passenden Vergleich zwischen der von Kyndryl gestellten unternehmenskritischen Infrastruktur für Partner rund um den Globus und dem Wald als überlebenskritische Infrastruktur für die Welt. Unternehmen haben eine Verantwortung gegenüber der Welt und den kommenden Generationen, und Kyndryl sei sich dieser vollständig bewusst, erläuterte Markus Koerner.

Und die Mitarbeiter von Kyndryl erfuhren einiges über Wälder und Aufforstung. Es gibt definitiv auch in Zukunft einen hohen Bedarf an Aufforstungsprogrammen in ganz Deutschland. Kyndryls besonderer Dank gilt Forstamtsleiter Jost Arnold und seinen Kollegen, natürlich auch den Teammitgliedern von der Life Terra Foundation und One Tree Planted. Und je mehr Unternehmen sich an solchen wertvollen Aktionen beteiligen, desto mehr gilt: Viele einzelne Bäume machen einen Unterschied.

Cloud Workloads – Kostenfallen im Betrieb vermeiden

Zum Abschluss meiner Artikelserie rund um Kostenfallen in den verschiedenen Phasen der Cloud-Einführung möchte ich auf die Phase des Cloud-Workload-Betriebs eingehen. Trotz Selektion geeigneter Workloads und Berücksichtigung der Unternehmensanforderungen an Migration und Zielplattform finden gibt es auch hier Fallstricke, die häufig zu unerwarteten Cloud-Kosten führen:

  • Komplexitätssteigerung im Betriebsmodell und bei Service-Integration
  • Unkontrollierte und ineffiziente Cloudnutzung
  • Hoher Aufwand durch mangelnde Transparenz

Komplexitätssteigerung im Betriebsmodell und bei der Service-Integration

Hier entstehen unerwartete Kosten vornehmlich aus der Komplexitätssteigerung im Betrieb. Die bisherige IT wird nicht einfach durch einen Cloud-Provider ersetzt, sondern Cloud entsteht parallel. Zudem bleibt es für viele Unternehmen nicht bei einem Cloud-Provider. Die meisten meiner Kunden sind heute schon bei mindestens zweiProvidern -Tendenz steigend.Von daher brauchen Unternehmen ein neues Service-Integrations-und Governance-Modell, das in der Lage ist, die Provider -so wie sie kommen -möglichst nahtlos in das eigene IT-Business zu integrieren.

Dafür braucht man neue Rollen, neue Skills und neue Prozesse. Als Beispiel sei hier der Managed Service erwähnt. „Cloud is an all managed service“ ist so absolut formuliert und zumindest bisher nicht zutreffend. Selbst wenn man einen Container-Service aus der Cloud bezieht, kann es sein, dass man noch immer selbst für die Konfiguration und das Patching der Workernodes verantwortlich ist, ganz abgesehen von der Integration in eigeneUmsysteme.Cloud Services sollen nicht isoliert irgendwo im Unternehmen benutzt werden, sondern gliedern sich idealerweise nahtlos in ein übergreifendes Monitoring, Eventmanagement, Incident/Problem/Change-Management etc. ein. Ein solches Modell zu schaffen, bedeutet zunächst einmal neue Tools und neue Integrationen und kann in unterschiedlichen Varianten umgesetzt werden.

Abbildung 1: Organisationsmodelle zur Service Integration

Zusätzlich zum bisherigen ITIL Betrieb der traditionellen Umgebungen entstehen neue DevSecOps-Ansätze zum Betrieb der Cloud-Services mit eigenen Tools, Verfahren und Skills. Egal für welches der obigen Organisationsmodelle man sich entscheidet, es werden weiterhin Menschen in ausreichender Zahl und mit entsprechendem Know-How benötigt. Man erlebt immer wieder, dass dies zu Beginn einer Cloud-Transformation nicht klar ist und in der Regel erst spät zu bösem Erwachen führt.

Auch dies lässt sich an der bereits genutzten Auto-Analogie aus den vorherigen Artikeln sehr gut verdeutlichen. Wenn man sich ein Auto kauft und in die Garage stellt, hat man genau einen Beschaffungsweg. Aus Kaufpreis, Steuer und Versicherung ergeben sich feste, planbare monatliche Kosten. Mit einem Blick in die Garage stellt man fest, ob das Auto verfügbar ist und der Blick auf das Tachometer verrät den Kilometerstand. Bei Nutzung verschiedener Transportservices ergeben sich bereits unterschiedlichste Beschaffungswege wie z. B. der Telefonanruf bei der Taxizentrale, Flug-bzw. Zugbuchung im Webportal oder die Nutzung einer Handy-App für Car Sharing. Um dieVerfügbarkeit einzelnerServices oder deren aktuelle Auslastung festzustellen, sind ebenso viele unterschiedliche Wege notwendig. Als Vorgriff auf die beiden folgenden Abschnitte: Wenn man sich einen Überblick über monatliche Transportkosten verschaffen möchte, muss manRechnungen aus unterschiedlichsten Quellen und unterschiedlichster Formate zusammenführen.Wäre es nicht großartig, wenn man eine Anlaufstelle hätte, die zu einem gewünschten Zielort den optimalen Transportservice unter Abwägung von Geschwindigkeit, Zeit, Kosten, etc. vorschlägt?Damit ist man dann beim „Multi-Cloud-Management“ bzw. einer „Cloud-Management-Plattform“.

Unkontrollierte und ineffiziente Cloud-Nutzung

Der gewollt leichte Zugang zu Cloud Services führt zu einem Wiederaufleben des alt-bekannten Phänomens „Shadow IT“und damit zu unkontrollierter Cloudnutzung. Wer IT-Ressourcen benötigt, kann sie einfach in der Cloud beziehen. „Sourcing“ erfolgt nun plötzlich dezentral mit der Folge, dass IT-Budgets nicht mehr zentral, sondern ebenfalls dezentral („projekt-orientiert“)verwaltet werden.Das sorgt zwar vielfach für mehr Geschwindigkeit, allerdings bleiben Synergien und Kontrolle damit auf der Strecke:

  • Keine zentralen Einkaufskonditionen
  • Kein einheitliches Kontrollinstrument, um Kosten zu überwachen
  • Kein übergreifendes Know-How, wie Cloud Services möglichst effizient genutzt werden
  • Kein Überblick und damit keine Steuerungsmöglichkeit auf Unternehmensebene
  • „Multi-Single“-Cloud: Abhängigkeit von einzelnen Cloud Providern in unterschiedlichen Fachbereichen wird erhöht

Ineffiziente Cloud-Nutzung entsteht im Wesentlichen aus zwei ebenfalls alt-bekannten Verhaltensmustern:

  • „Was ich habe –behalte ich und gebe es so schnell nicht mehr her“: In traditionellen Umgebungen war es nicht leicht und häufig langsam, Zugriff auf dringend notwendige IT-Ressourcen zu erhalten. Wenn sie dann endlich verfügbar waren, wurden sie nicht mehr freigegeben. Die Rahmenbedingungen haben sich mit Cloud zwar geändert: Systeme können einfach bestellt werden und sind in kürzester Zeit verfügbar. Aber das Verhalten hat sich häufig (noch) nicht geändert und den neuen Möglichkeiten angepasst.
  • Im Artikel zur Selektion geeigneter Workloads für die Cloud wurde auf „Variabilität“ als eine Stärke von Cloud-Services hingewiesen. Nur, das muss natürlich auch (aus)genutzt werden und passiert erfahrungsgemäß häufig nicht. Durch die Flexibilität von Cloud-Services ist kein initiales Sizing auf eine „vermutete“ Spitzenlast mehr notwendig. Man fängt klein an und wächst analog zum tatsächlichen Bedarf mit.Besser noch, bei rückläufigem Ressourcen-Bedarf lassen sich ungenutzte Kapazitäten wieder zurückgeben („right-sizing“) und nicht mehr benötigte Services sogar ganz abschalten. Bei einigenKunden fanden sich bis zu 60% Überkapazitäten in der Cloud. Bei monatlich teilweise über 2 Millionen Euro Cloudkosten stellt dies ein relevantes Einsparpotential dar, auch wenn am Ende nur 20-30% Kapazitäten eingespart werden können. Diese Betrachtung schließt im Übrigen auch sogenannte „Zombie“ Services ein. Gerade bei Cloud Services gibt es häufig ein Geflecht von Services, die voneinander abhängig sind. Wenn ein Service nicht mehr gebraucht und abgekündigt wird, kann es dazu führen, dass einzelne Services (z.B. anhängende Storage Services) „vergessen“ werden und dann weiter Kosten verursachen, obwohl sie nicht mehr genutzt werden.

Letztendlich gilt es den Überblick zu behalten und Transparenz zu schaffen, womit man beim dritten Punkt wäre.

Hoher Aufwand durch mangelnde Transparenz

Eine häufig mit Kunden diskutiertesProblem ist die verursachergerechte Weiterverrechnung von Cloudkosten. Dabei geht es noch nicht um das Optimieren der Cloudkosten, sondern darum die anfallenden (nicht optimierten) Kosten zunächst einmal richtig zu zuordnen. Warum ist das ein Problem?

Anfänglich ist das ggf. noch mit Tabellenkalkulationen handhabbar, aber irgendwann wird es unübersichtlich, vor allem wenn mehrere Cloud-Service-Provider genutzt werden. Die Fragmentierung der Datenquellen wird dadurch weiter verstärkt. Zudem verwenden die Provider sehr unterschiedliche Rechnungsformate, benennen und klassifizieren ihre Services bzw. „Line Items“unterschiedlich. Mit zunehmender Cloudnutzung enthalten die Rechnungen dann viele „Line Items“mit durchschnittlich geringenBeträgen. Die Rechnung eines Kunden mit monatlich rund1,5Millionen Euro Cloudkosten erstreckte sich beispielsweise über 500.000 „Line Items“. Dies war mit der Tabellenkalkulation nicht mehr handhabbar und wurde einfach bezahlt.Diese hohe Kleinteiligkeit verursachte nicht nur einen hohen Aufwand bei der Zuordnung zu den Kostenverursachern, sondern führte auch dazu, dass Reports zu spätverfügbar sind, um z. B. als aktives Steuerungselement bei dynamischen Kostenverläufen eingesetzt werden zu können (also z. B. zur frühzeitigen Eindämmung von unkontrollierter oder ineffizienter Cloudnutzung).

Der Aufbau eines Cloud-Service-Provider übergreifenden Data Lakes bildet hier aber lediglich die Basis zur Schaffung der notwendigen Transparenz imCloud Service Betrieb. Es sind intelligente Analyse-Werkzeuge notwendig, die darauf aufsetzen und Auswertungen über beliebige Provider durch die entsprechenden Daten aus dem Data Lake erstellen können. Idealerweise können sie auch die unterschiedlichen Datenformate für Services, Klassen, Tags und Abhängigkeiten so normieren, dass providerübergreifende Analysen möglich sind. Wenn diese Analysen dann noch „ad-hoc“ verfügbar sind, erhält man ein pro-aktives Steuerungselement zur Optimierung der Cloudnutzung.

Der beste DataLake und Analysetools sind jedoch nutzlos, wenn Datenquellen nicht hergeben, was zur Analyse gebraucht wird. Gerade wenn es um eine Zuordnung von Cloud-Ressourcen zu Projekten, Abteilungen, Anwendungen etc. geht, ist ein gutes Tagging, also das Versehen der Ressourcen mit Schlagworten, unabdingbar. Nur mit dem richtigen Tag ging, am besten auf Basis einer unternehmensweitenStrategie, ist eine korrekte Zuordnung und damit bedarfsgerechte Optimierung möglich.

Aktuelle KI-basierte Werkzeuge liefern auf dieser Basis nicht nur einfache Analysen zur Kapazitätsoptimierung z. B. durch die Korrelation von Auslastung und Kosten, sondern z. T. auch Architekturempfehlungen zur Nutzung der Services, wie z. B. die Ablösung von IaaS durch PaaS Bausteine.

Tobias Kreis
Tobias Kreis

Unser Autor Tobias Kreis verantwortet als Executive IT Architect  die technische Entwicklung, Implementierung und den Betrieb von komplexen IT Architekturen und Servicelösungen für Hybrid Multi Cloud Umgebungen. Ausgehend von den spezifischen Anforderungen seiner Kunden berücksichtigt er dabei über den kompletten IT Lifecycle alle notwendigen Elemente aus Hardware, Software, Cloud und Services unterschiedlicher Hersteller und Partner, um passgenaue, innovative Kundenlösungen zu erzeugen. Dazu kann Tobias auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Funktionen in Vertrieb, Consulting, Enterprise Architecture und Solution Design zurückgreifen. 

Kurz kommentiert: BMW-Deal zeigt neue Möglichkeiten von Kyndryl auf

Kyndryl hat am Montag bekannt gegeben, dass das Unternehmen basierend auf NetApp-Technologie die Enterprise-Storage-Infrastruktur für BMW implementieren und betreiben wird. Die Ankündigung ist unter ganz verschiedenen Aspekten relevant, technologisch und beispielhaft für die neuen Freiheiten von Kyndryl.

Moderne Storage-as-a-Service-Lösung in der Cloud

Managed Storage-as-a-Service ist das zeitgemäße Konzept, um Speichermanagement heutzutage in den Griff zu bekommen, denn laut IDC wächst die weltweite Datenmenge bis zum Jahr 2024 auf 143 ZB an. Ein unvorstellbare Datenmenge. Diese Daten sollten nicht nur sicher gespeichert werden. Eine entsprechende Speicherinfrastruktur in der Cloud, die dann auch noch durch einen erfahrenen Dienstleister betrieben wird, ermöglicht es, das eigene Speichermanagement nach Bedarf nach oben (oder auch nach unten) zu skalieren und vor allem Daten weltweit immer an der Stelle zur Verfügung zu haben, wo sie im Geschäft oder für den Kunden benötigt werden. Eine derartige Lösung ist also zeitgemäß und wird von vielen Unternehmen benötigt.

Freie Wahl der Technologiepartner im Sinne des Kunden

Bei BMW arbeitet Kyndryl in Sachen Enterprise Storage mit NetApp als Partner zusammen. Dies zeigt neue Freiheit, neue Flexibilität in der Auswahl möglicher Partner und Technologien. Kyndryl kann Kunden jetzt die beste technologische Lösung empfehlen und ist keinem Druck ausgesetzt, eigene Software- oder Hardware-Produkte zu „verbauen“. Solche eigenen Produkte hat Kyndryl ganz einfach nicht mehr.

Präferenzen und bestehende Installationen der Kunden unterstützen

Aber man kann auch auf Präferenzen oder bestehende Installationen der Kunden reagieren und die entsprechenden Lösungen und Infrastrukturen sicher und stabil weltweit betreiben, also sich auf die eigenen Stärken im Betrieb fokussieren und diese ausspielen. Beide Szenarien eröffnen Kyndryl höhere Handlungsfreiheit und versprechen einen möglichen breiteren Zugang zu Kunden, wie auch Kyndryl Deutschland-Chef Markus Koerner auf LinkedIn kommentiert.

Enterprise Storage-Lösungen in viel höherem Maße replizieren

Natürlich wird das Unternehmen versuchen, Lösungen zu replizieren, also auch bei anderen Kunden in möglichst ähnlichen Konfigurationen einzusetzen, um so entsprechende Skalierungseffekte für Kyndryl und die Kunden zu erreichen. Es muss nicht immer die hochgradig individualisierte und ganz spezifische Lösung für den individuellen Kunden sein.

All diese Facetten zeigen beispielhaft, wohin die Reise von Kyndryl gehen soll. Lesen Sie dazu auch den Beitrag von Markus Koerner, Präsident von Kyndryl Deutschland.

Stefan Pfeiffer
Stefan Pfeiffer

… arbeitet in Communications bei Kyndryl Deutschland, dem weltweit führenden Anbieter zum Management kritischer IT-Infrastruktur. Den gelernten Journalisten hat seine Leidenschaft für das Schreiben, Beobachten, Kommentieren und den gepflegten Diskurs nie verlassen. Diese Passion lebt er u.a. in seinem privaten Blog StefanPfeiffer.Blog oder auch als Moderator von Liveformaten wie #9vor9 – Die Digitalthemen der Woche und Podcasts aus. Digitalisierung in Deutschland, die digitale Transformation in der Gesellschaft, in Unternehmen und Verwaltung oder die Zusammenarbeit am modernen Arbeitsplatz sind Themen, die ihn leidenschaftlich bewegen.
Vor Kyndryl hat Pfeiffer in der IBM im Marketing in unterschiedlichen internationalen Rollen gearbeitet. Seine weiteren beruflichen Stationen waren FileNet und die MIS AG. Auf Twitter ist er als @DigitalNaiv „erreichbar“.