Krankenhauszukunftsgesetz: Digitales Update für Krankenkäuser – Benedikt Ernst kommentiert die Situation im Kyndryl Talk

Für Kyndryl ist das Thema Gesundheitswesen ein sehr wichtiger, weil zukunftsträchtiger Bereich mit ungeheurer Dynamik. Die digitale Gesundheits- bzw. Patientenakte ist hier nur ein Beispiel von vielen, wie stark der Gesundheitssektor in Deutschland vor einer grundlegenden Digitalisierung steht. Ein zentrales Vorhaben ist dabei das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), durch das deutsche Krankenhäuser ins digitale Zeitalter gebracht werden sollen.

Über des KHZG und dessen Kernaspekte im Kontext der Digitalisierung des Healthcare-Sektors spricht Stefan Pfeiffer im Kyndryl Talk mit Kyndryl Cloud Advisory Leader Benedikt Ernst. Viel Spaß beim Anschauen.  

Was steckt hinter dem KHZG? „Ein Digitales Update für die Krankenhäuser in Deutschland“ wurde vom ehemaligen Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, als ab 1. Januar 2021 rund 4,3 Milliarden Euro von Bund und Ländern bereits gestellt wurden, damit Krankenhäuser in moderne Notfallkapazitäten, die Digitalisierung und ihre IT-Sicherheit investieren können. Die Budgets mussten bis Ende letzten Jahres von den Krankenhäusern beantragt werden, nun läuft die Bewilligungs- und Umsetzungsphase. 

In insgesamt elf sogenannten „Fördertatbeständen“ wird das Budget runtergebrochen. Erfreulich ist der große Fokus auf das wichtige Thema CyberSecurity: 15 Prozent der Fördermittel müssen dabei für die Verbesserung der Informationssicherheit eingesetzt werden. Dies ist eine der wesentlichen Säulen des KHZG – als Experte im Betrieb kritischer Infrastrukturen kann Kyndryl als Partner und Berater einen großen Wertbeitrag leisten. Evaluieren des Status Quo, Beraten, Aufbauen und langfristig Begleiten sind die Aufgaben, die Kyndryl gemeinsam mit Kunden, etwa der Universitätsklinik Mainz, bereits angeht.  

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Lünendonk: Unternehmen brauchen IT-Dienstleister, um Herausforderungen der Digitalisierung zu stemmen  

Den in Deutschland tätigen IT-Dienstleistern ist es trotz Pandemie, Fachkräftemangel und Lieferkettenproblemen gelungen, die Umsätze 2021 so stark zu steigern wie seit 2007 nicht mehr. Um 13,1 Prozent konnten IT-Dienstleister im Durchschnitt zulegen, so die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Lünendonk-Liste. Einer der Haupttreiber: Unternehmen versprechen sich durch die Digitalisierung neue Umsatzquellen und IT wird zunehmend zum Kerngeschäft, weshalb Geschäftsmodelle, Produkte und Services einen wachsenden Digitalanteil haben.  

Eine besonders hohe Nachfrage erwarten IT-Dienstleister bei den Themen Cloud-Transformation, IT-Modernisierung, Data Analytics, Cyber Security, Customer Experience und der Entwicklung und Implementierung von Software. Diese Einschätzungen werden von den CIOs und IT-Verantwortlichen gestützt: so sollen sowohl interne Prozesse optimiert und automatisiert werden, um Kosten zu sparen, als auch neue digitale und datenbasierte Produkte, Services und Geschäftsmodelle aufgebaut werden. 

Kyndryl erstmals unter den Top 5  

Die Rangliste der führenden IT-Dienstleister in Deutschland umfasst diejenigen, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit IT-Outsourcing, Hosting, Managed Services und anderen Rechenzentrumsdienstleistungen auf dem externen Markt erzielen. Trotz eines angenommenen Umsatzrückgangs von zehn Prozent bleibt T-Systems mit einem geschätzten Umsatz von 2,0 Milliarden Euro an der Spitze der führenden IT-Dienstleister. Atos folgt mit einem geschätzten Gesamtumsatz von 1,9 Milliarden Euro auf Platz zwei. Dahinter rangiert TCS mit einem massiven Umsatzsprung durch die Übernahme der Postbank Systems. Kyndryl hat es mit einem geschätzten deutschen Umsatz von 770 Millionen Euro erstmals unter die Top 5 und auf Platz 4 der Lünendonk-Liste geschafft. 

Nachhaltigkeit und ESG: Die Rolle der IT  

Aufgrund der deutlich gestiegenen gesellschaftlichen Relevanz von Nachhaltigkeit im Sinne von Corporate Social Responsibility (CSR) hat Lünendonk für diese Studie erstmals die CIOs und IT-Verantwortlichen danach gefragt, ob bereits konkrete Nachhaltigkeitsstrategien und Ziele zur Dekarbonisierung in der IT-Lieferkette bestehen. 

78 Prozent der Unternehmen haben oder planen die Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie für ihre IT. Auch Kyndryl hat den Wandel zu einer nachhaltigeren IT verstanden und kann seine Kunden bei der Umsetzung aktiv unterstützen zum Beispiel durch: 

  1. Standardisierung – Anwendungen von Legacy IT auf moderne Standardsysteme migrieren und energieintensive Legacy-Architekturen stilllegen 
  1. Automatisierung – Prozesse automatisieren, um so nicht nur effizienter zu werden, sondern in Summe auch weniger Energie für replizierbare Prozesse zu verwenden. 
  1. Modernisierung – zum Beispiel von Hardware / Rechenzentren. Der Umzug in ein neues Rechenzentrum, das mit einer effizienteren Kühlung arbeitet 

  

 

Kyndryl hat sich mit Focus Offerings parallel zum Markt positioniert. Besonders im Bereich IT-Beratungsdienstleistungen bauen wir durch Neueinstellung und Weiterbildungen unser Wissen und unsere Expertise weiter massiv aus. Die Bereiche Cloud Advisory und Security & Resiliency, welche auch im Jahr 2022 und 2023 an Wichtigkeit gewinnen, sind bereits jetzt Sweet Spots im Advisory & Implementations Team von Kyndryl. 

Hier finden Sie weitere interessante Details der Lünendonk-Studie 2022 „Der Markt für IT-Dienstleistungen in Deutschland“.  

Ausblick auf die Entwicklung der IT-Branche   

Lünendonk sieht einen erheblichen Beratungsbedarf im Markt, insbesondere bei der Transformation von Geschäftsmodellen, Produkten und Services, Cloud-Architekturen, Cybersecurity und Data Analytics sowie bei organisatorischen und kulturellen Themen wie Agility und New Work. Gleichzeitig werde laut Lünendonk das Multi-Provider-Management an Bedeutung gewinnen, da immer mehr Unternehmen ihre Prozesse in der Cloud von mehreren Providern abwickeln lassen. Dabei gehe es neben Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen auch um das Kundenerlebnis, das durch vernetzte und kanalübergreifende Prozessketten verbessert wird. Interessant: 92 Prozent der IT-Dienstleister erwarten für 2022 und 2023 eine starke Nachfrage nach Cloud-Transformationsdienstleistungen.   

Zum Herausgeber der Studie:  

Die Lünendonk-Listen sind Anbieterrankings der großen B2B-Dienstleistungssegmente. Erstellt werden diese Studien und Listen von Lünendonk & Hossenfelder, einem Beratungs- und Marktforschungsunternehmen mit Sitz in Mindelheim. Die Lünendonk-Studien und -Listen für den IT-Dienstleistungsmarkt werden seit 1985 jährlich neu aufgelegt und zeigen die aktuellen Entwicklungen und Trends bei IT- Dienstleistern wie auch bei Kundenunternehmen auf. Mit diesem in Deutschland einzigartigen Datenbestand ist es Lünendonk möglich, Langzeitanalysen vorzunehmen, Ergebnisse besser zu interpretieren und Trends frühzeitig zu erkennen. 

Für diese Studie untersuchte Lünendonk 99 IT-Dienstleister und zeigt die führenden Anbieter als Ranking auf. Zur Spiegelung der Perspektive der Dienstleister (Anbieterseite) wurden zudem 140 Kundenunternehmen (Nachfrageseite) von März bis Mai 2022 telefonisch und online zu ihren Digital- und IT-Strategien befragt. Knapp die Hälfte dieser Unternehmen erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von mindestens einer Milliarde Euro. Befragt wurden überwiegend leitende Angestellte aus der IT (CIOs, CDOs, CTOs) verschiedenster Branchen.  

Mareike Wysocki

Mareike Wysocki ist als Associate Partner bei Kyndryl für das Beratungs- und Implementierungsgeschäft verantwortlich. Für die Bereiche Cloud Advisory, Security & Resiliency, Network sowie Apps Data und AI übernimmt sie den Vertrieb. Gemeinsam mit einem Team aus Beratern und Architekten versteht sie es IT bezogene Herausforderungen und Challenges zu analysieren und ihre Kunden dabei zu unterstützen diese zu bewältigen.
 
Ihre Expertise erstreckt sich über zahlreiche Branchen. Einen besonderen Fokus legt sie jedoch auf Kunden aus dem produzierenden Gewerbe, der Pharma und Chemie sowie dem Gesundheitswesen.

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CIOKurator.News #47: Neuer Service von Kyndryl bringt Transparenz und Ordnung in IT-Landschaften – Symrise & Digital Workplace

Diese Woche stellen wir einen neuen Service vor mit dem sich Kyndryl am Markt positioniert und Symrise berichtet über die Zusammenarbeit. Im Gesundheitswesen in Deutschland nimmt die Digitalisierung an Fahrt auf, nicht erst seit dem Krankenhauszukunftsgesetz. Zero Trust sowie schwierige Verändeurngen in der Finanzbranche runden die Themen diese Woche ab. Viel Spaß bei der Lektüre. 

Digitalisierung des Gesundheitswesens auf Basis von KRITIS und KHZG

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens, insbesondere der Krankenhäuser, betrifft uns alle. Sie birgt große Chancen, denn sie kann unser aller Gesundheitsversorgung und den Alltag von fast acht Millionen Mitarbeitenden verbessern. Die Voraussetzung dafür sind hohe Standards für Resilienz und Ausfallsicherheit. Hier hat der Gesetzgeber in den letzten Jahren wichtige Grundlagen geschaffen, Stichwort KRITIS und KHZG.

Die erfolgreiche Modernisierung des Gesundheitswesens hat ihren Dreh- und Angelpunkt in der IT. Sie wird gelingen, wenn die Berater nicht nur die technologischen Möglichkeiten und die Vorschriften kennen. Sondern auch den Markt sowie die komplexen und regional unterschiedlichen Anforderungen im Gesundheitswesen verstehen.

Was sind die treibenden Kräfte hinter den Veränderungen?

Vor allem der Umbau der Krankenhauslandschaft zählt dazu: Es gibt weniger Krankenhäuser als früher und ein größerer Anteil gehört privaten Betreibern. 2019 waren deutschlandweit 545 Krankenhäuser in der Hand von öffentlichen Trägern. Zehn Jahre zuvor waren es noch über hundert mehr: 648. Öffentliche Betreiber müssen auf Wirtschaftlichkeit achten. Private erst recht. Jede Steigerung der Effizienz durch technologischen Fortschritt wird dadurch interessant.

Der zweite große Treiber der Veränderung ist der demografische Wandel. Die Alterung der Gesellschaft trägt zum überdurchschnittlichen Wachstum der Gesundheitswirtschaft bei. Und auch der strenge Datenschutz im Gesundheitswesen kann als positiver Treiber gesehen werden. Steigende Datenschutz-Anforderungen verlangen nach neuen Lösungen, insbesondere auch in Sachen Cybersecurity.

Die Chancen: Schnelle und effiziente Abläufe retten Leben

In der Summe gibt es im Gesundheitswesen – und besonders in den Krankenhäusern – fruchtbaren Boden für nachhaltige Veränderungen, technologischen Fortschritt und umfassende Digitalisierung. Dadurch eröffnen sich Chancen für strategische, technische, prozessuale und organisatorische Verbesserungen. Diese beginnen bei der elektronischen Patientenakte und reichen bis zur Beschleunigung der Abläufe in den Krankenhäusern.

Beschleunigung kann Leben retten, und gerade wenn es um Schnelligkeit geht, kann die Digitalisierung helfen. Etwa durch Echtzeit-Information des Krankenhauses im Notfall. Oder gar durch prädiktive Fähigkeiten, wenn Echtzeit nicht schnell genug ist.

Die Voraussetzung: Komplexität und regionale Unterschiede verstehen

Die großen Chancen können nur zu realen Verbesserungen führen, wenn wir das komplexe Gefüge eines Krankenhauses verstehen. Dafür müssen wir auch die regionalen Unterschiede im Blick haben: So definieren die Bundesländer beispielsweise die Versorgungsstufen unterschiedlich. Im Bayerischen Krankenhausplan gibt es drei Versorgungsstufen, von der Grundversorgung bis hin zu speziellen medizinischen Einrichtungen. Andere Bundesländer benennen die Versorgungsstufen wieder anders, zum Beispiel „Regelversorgung“, „Schwerpunktversorgung“ und „Maximalversorgung“.

Jede Stufe hat ihre eigenen Anforderungen. Bevor wir Vorschläge für die Modernisierung der IT machen können, müssen wir diese Anforderungen verstehen – und viele andere Faktoren, die die Krankenhauslandschaft prägen.

Im Fokus: Sicherheitsstandards

Bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens müssen Sicherheit und Widerstandsfähigkeit im Mittelpunkt stehen. In Arztpraxen und Krankenhäusern geht es oft genug um Leben und Tod. Mindestens aber um die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Daher sind Standards so wichtig – wie die Vorschriften für die Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) und das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG).

Krankenhäuser mit mehr als 30.000 vollstationären Fällen pro Jahr gelten als Kritische Infrastrukturen (KRITIS). Betreiber kritischer Infrastrukturen sind verpflichtet, angemessene organisatorische und technische Vorkehrungen zur Vermeidung von Störungen der Verfügbarkeit zu treffen. Es gilt dafür zum Beispiel ein Information Security Management System (ISMS) nach ISO 27001 oder Branchenstandards aufzubauen.

Betreiber Kritischer Infrastrukturen müssen:

  • eine Kontaktstelle für die betriebene Kritische Infrastruktur benennen
  • IT-Störungen oder erhebliche Beeinträchtigungen melden
  • IT-Sicherheit auf dem „Stand der Technik“ umsetzen
  • und dies alle zwei Jahre gegenüber dem BSI nachweisen

Auch das KHZG hilft die Digitalisierung der Krankenhauslandschaft voranzutreiben. Ab 2021 stellt der Bund rund drei Milliarden Euro zur Verfügung, damit Kliniken unter anderem in Digitalisierung und die IT-Sicherheit investieren. Der „Fördertatbestand 10“ des KHZG umfasst eine Verbesserung der IT- und Cybersicherheit sowie Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Systemen, Komponenten und Prozessen.

Der Beitrag von Kyndryl: von der elektronischen Patientenakte zur umfangreichen IT-Transformation

Kyndryl ist stark im Healthcare-Sektor engagiert. Zwei Beispiele: Mit der IBM baut Kyndryl eine stabile und sichere Plattform und IT-Architektur für die elektronischen Patientenakte (oder auch elektronische Gesundheitsakte) auf. Gemeinsam mit der Universitätsmedizin Mainz arbeitet Kyndryl an einer umfangreichen IT-Transformation. Nachdem wir mit einem „IT-Healthcheck” den Bedarf der Klinik genau erfasst haben, werden wir nun strukturiert die IT-Infrastruktur, -Prozesse und -Services modernisieren und standardisieren. Ein Kernaspekt ist dabei natürlich auch die IT Sicherheit und -Resilienz.

– Benedikt Ernst, Leiter IT-Strategie und Transformation bei Kyndryl A&IS


CIOKurator.News #29: Migration von Lösungen in die Cloud bleibt heißes Thema, gerade auch für SAP

Die Migration von immer mehr Lösungen in die Cloud steht weiterhin für CIOs ganz oben auf der Agenda. Ob es darum geht, SAP in der Cloud zu betreiben, oder ob sensible Branchen wie Banken daran denken, immer mehr in die Cloud zu gehen. Und auch der “Digital Workplace” ist immer häufiger ein Arbeitsplatz in und aus der Cloud.

Weitere Themen unseres Newsletters diese Woche:

  1. Rechenzentren: Wo stehen sie am besten und wie energieeffizient und umweltfreundlich sind sie?
  2. Und, natürlich, Cybersicherheit: Die Verletzlichkeit von IT-Unternehmen und die Folgen von Ransomware-Attacken.

Viel Spaß bei der Lektüre.

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Hybrid und Digital – Worauf es beim Arbeitsplatz der Zukunft ankommt

Wie wir arbeiten und wo wir arbeiten, hat sich in der Geschichte noch nie in einer derartigen Dramatik und Geschwindigkeit verändert wie in der ersten Jahreshälfte 2020. Es fand eine Art entgegengesetzte Industrialisierung statt. Statt einer Zentralisierung der Mitarbeiter von zu Hause an den Arbeitsplatz, fand eine Dezentralisierung vom Büro ins Home-Office statt. Vor der Corona-Pandemie nutzten bei einem Großteil der Unternehmen niemand oder nur sehr wenige der Mitarbeiter das Home-Office. Das komplette Gegenteil erlebt man seit Beginn der Pandemie. Jetzt arbeitet ein Großteil der Angestellten von zu Hause aus. Der Anteil der Beschäftigten, die kein Home-Office nutzen, hat sich halbiert. Wie wird der Arbeitsplatz der Zukunft zu einem Erfolgsmodell?

Home-Office – Jetzt mehr als eine Notlösung

Der Wechsel ins Home-Office musste schnell gehen. Binnen weniger Tage musste bei vielen Unternehmen eine Notlösung etabliert werden, die es möglichst vielen Mitarbeitern erlaubt von zu Hause zu arbeiten. Nach über zwei Jahren im Einsatz, funktionieren dieses Home-Office-Modell so gut, dass bei einer Umfrage 75 % der Mitarbeiter angaben, mindestens genauso produktiv zu sein, wie im Büro. Neben der Produktivität der Mitarbeiter stieg auch die Zufriedenheit der Kunden an.

Dennoch gibt es Schattenseiten – Die ursprüngliche Notlösung steht auf einem bröckelnden Fundament. Die IT der Unternehmen war und ist nicht richtig auf Remote-Work oder Hybrid-Work ausgelegt. Nötige Veränderungen in Abläufen, Prozessen oder Firmenkultur wurden gar nicht oder nur ansatzweise vorgenommen.

Zufriedenheit der Mitarbeiter und Kunden bedingen sich

Neben der Produktivität und Kundenzufriedenheit stieg auch die mentale Belastung der Mitarbeiter. Fünf Tage pro Woche ins Büro zurückkehren wollen die Mitarbeiter allerdings auch nicht. Sie haben die Vorteile von Home-Office kennen- und schätzen gelernt. 26% der Mitarbeiter in Europa gaben sogar an, dass sie den Job wechseln würden, sollte ihr Arbeitgeber kein Home-Office anbieten.

Eine weitere Anforderung der Mitarbeiter ist ein konsumentenähnliches Nutzererlebnis. Eine gute, so genannte „Employee Experience“ wirkt sich nicht nur positiv auf die Mitarbeiter, sondern auch auf die Customer Experience, also die Kunden, aus. Auch aus diesem Grund ist es sehr sinnvoll, in die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit ihrem (digitalen) Arbeitsplatz der Zukunft zu investieren.

Neun von Zehn Unternehmen setzen für den Arbeitsplatz der Zukunft auf Hybrid-Work-Modelle

Die Zukunft der Arbeit wird hybrid sein, also eine Mischung aus Anwesenheit im Büro und Home-Office. Zusätzlich zu den bereits genannten Punkten ergeben sich für Arbeitgeber dadurch weitere Vorteile. Die Kosten für Immobilien sind bis zu 30% niedriger, der Zugang zum Arbeitsmarkt ist besser und durch den Wegfall von Arbeitswegen verringert sich der ökologische Fußabdruck. Außerdem steigt die Motivation und das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Und hybrides Arbeiten kann eine dynamische und agile Organisation mit cross-funktionalen Teams fördern, die näher am Kunden sind.

„Bad Companies are destroyed by crisis. Good companies survive them. Great companies are improved by them.“

Andy Grove, Mitbegründer von Intel

Dies zeigt: Eine neue, dauerhafte, hybride Lösung zu etablieren ist unausweichlich. Diese Ansicht teilen neun von zehn Unternehmen. Dabei ist eine organisierte Herangehensweise elementar, die die Meinung der Mitarbeiter berücksichtigt, sowie Richtlinien, Erwartungshaltung und Vorhaben klar kommuniziert. Die Einbindung der Mitarbeiter in diesen Prozess ist auf viele Arten möglich: Projektdiskussionen, Ideenaustausch, Networking, Mentoring oder Coaching.

Hybrid Work – Somewhere, anywhere

In neuen Arbeitsmodellen ist der Ort nicht essenziell, viel wichtiger ist die Veränderung hin zu einer digitalen Arbeitsweise. Bisher hat der Arbeitgeber die Büroausstattung, Informationen und Kollegen bereitgestellt. In Zukunft müssen sowohl die Arbeit als solche, als auch die Mitarbeiter von einem physischen Ort entkoppelt werden. Durch das Design intelligenter, hybrider Arbeitsplätze, werden die Mitarbeiter befähigt, nahtlos, sicher und mit den benötigten Ressourcen kollaborativ zu arbeiten. Und das unabhängig von ihren tatsächlichen physischen Aufenthaltsorten.


Daraus ergeben sich für den Arbeitsplatz der Zukunft eine geographische Unabhängigkeit und ein schnellerer Austausch von Informationen und Daten. Zudem der nicht so offensichtliche, aber nicht weniger relevante Vorteil einer nie dagewesen Simplizität bei der Erstellung cross-funktionaler Teams, die nach dem zu lösenden Problem organisiert und gestaltet werden können.


Hierbei muss die Art der Arbeit beachtet werden. Bei Hybrid Work muss man unterscheiden zwischen „somewhere“-Arbeit, welche an einem bestimmten Ort erfolgen muss (z.B. Vor-Ort-Service), und „anywhere“-Arbeit, die von überall erledigt werden kann.

Bei der Ausgestaltung von Produktivitätseinbußen auf der einen Seite und Bestärkung der Unternehmenskultur und Innovationsförderung auf der anderen Seite muss man eine gute Balance finden.

Das Vertrauen in die Mitarbeiter wird wichtiger in einer hybriden Arbeitswelt

Neben diesem theoretischen Rahmen existieren bereits heute konkrete Elemente des Hybrid Workspace von morgen. Ein automatisierter IT-Service und IT-Support, Tools für Kollaboration und Kommunikation, die mit anderen Applikationen und Plattformen verknüpft sind, End-User Device Management und Desktop-Virtualisierung sind essenzielle Ressourcen. Um die angesprochene Zufriedenheit der Mitarbeiter, die Employee Experience, zu messen und zu verbessern, müssen Service Level Agreements durch Experience Level Agreements (XLA) ergänzt oder durch diese ersetzt werden. Auf diese Weise wird nicht der Output quantitativ, sondern der Outcome qualitativ gemessen.

Dieselbe veränderte Betrachtung ist außerdem in der Führung wichtig. Physische Anwesenheit kann nicht mehr als Indiz für Leistung stehen. Diesen veränderten Anforderungen an Führungskräfte muss beispielsweise durch Trainings begegnet werden. Zudem könnten hierarchische Strukturen in einem Hybrid-Work-System obsolet werden. Das Vertrauen in die Mitarbeiter und deren Autonomie wird steigen müssen.

Weiterhin müssen Prozesse zwangsläufig an die veränderten Anforderungen angepasst werden und optimaler Weise sollte das kontinuierlich iteriert werden. Künstliche Intelligenz kann bei vielen Prozessen und Applikationen unterstützen.

Mitarbeiter einbeziehen und Herausforderungen meistern

Da Hybrid Work ein breites Spektrum an Arbeitsweisen abdeckt, ist es wichtig, den verschiedenen Anforderungen der Mitarbeiter so offen wie möglich zu begegnen. Durch die verschiedenen Vorlieben bei der Wahl des Arbeitsorts sollten keine Nachteile entstehen. Mitarbeiter, die fast ausschließlich im Home-Office arbeiten wollen oder müssen, sollten ebenso unterstützt werden, wie jene, die regelmäßig das Büro besuchen. Außerdem sollten Programme zur Gesundheitsförderung beibehalten oder sogar ausgebaut werden.

Das zeigt: Bei der zukünftigen Gestaltung wie wir arbeiten gibt es vieles zu beachten und einige Hürden zu meistern. Die größten Herausforderungen, die bereits heute für den Arbeitsplatz der Zukunft bestehen und noch an Bedeutung gewinnen werden, sind mangelnder IT-Support, sicherer Zugriff von überall auf Daten, Applikationen und Inhalte, sowie die Sichtbarkeit von IT-Assets.

Diese bereits heute zu meistern, schafft eine solide Grundlage für zusätzliche Veränderungen.

Quellen:

Lukas Sela

Lukas ist Sales Representative / Solution Sales Specialist Digital Workplace Services bei Kyndryl in Deutschland. Davor war er dualer Student bei IBM im Studienfach Digital Business Management.

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