“Eine Führungskraft ist ein Mensch, der dem Team Mehrwert liefert”: Interview mit Maren Fähndrich zum Weltfrauentag 2022

Maren Fähndrich ist Geschäftsführerin der Kyndryl Deutschland Business & Technology Services (B&TS). Ein Interview anlässlich des Weltfrauentags.

CIO-Kurator Redaktion: Maren, wie bist du in deine heutige Position gelangt – und macht dir die Arbeit als weibliche Führungskraft in der männlich geprägten IT-Branche eigentlich Spaß? 

Maren Fähndrich: Wenn mir die Arbeit keinen Spaß machen würde, hätte ich reichlich Gelegenheit gehabt, etwas anderes zu machen: Ich bin schon seit 23 Jahren im Unternehmen und mit dem Spin-Off von IBM 2021 zu Kyndryl gegangen. Im Konzern habe ich mich über verschiedene Aufgaben in Fach-, Projekt- und Führungs-Rollen zu meiner heutigen Position entwickelt. Jetzt bin ich nicht nur Geschäftsführerin der Kyndryl Deutschland Business & Technology Services, sondern auch Führungskraft im Bereich IT-Architektur. 

Was motiviert dich an jedem neuen Tag? 

Abwechslung und vor allem das Zusammenarbeiten mit den Menschen. Jeden Tag stehen die verschiedensten Aufgaben und Themen an: Gespräche mit Kunden über Projekte mit strategischen Ausrichtungen, Entwicklungsgespräche mit Mitarbeitenden, Interviews, um offene Stellen zu besetzen. Die vielen unterschiedlichen Handlungsfelder und der Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen machen den Job aus meiner Sicht so spannend. Jeder Tag ist anders und bringt neue Begegnungen. 

Was macht einen guten Führungsstil aus? 

In der IT-Landschaft befinden wir uns in einem permanenten Veränderungsprozess. Die sich stetig wandelnden Märkte sind die Herausforderung, der wir als Kyndryl gerecht werden wollen. 

Die Reorganisation des Unternehmens nach dem Spin-Off ist geprägt durch Schaffung schlankerer Strukturen und Optimierung der Prozesse. Die Bearbeitung von Aufgaben verändert sich: Sie werden immer mehr zu Aufträgen, die die Mitarbeiter eigenständig und in Kommunikation mit anderen Unternehmensbereichen erledigen.  

Vor diesem Hintergrund gewinnen in der Führung Kompetenzen wie Change Management, Kommunikationsfähigkeit, Coaching, Mitarbeitermotivation und -bindung immer mehr an Bedeutung. Untersuchungen belegen, dass dieser Mix an Kompetenzen häufiger im Führungsverhalten von Frauen zu beobachten ist. 

Welche Soft Skills sollte eine Führungskraft in einer technischen Branche mitbringen? 

Erstens die Freude am Lernen und der Wille, jeden Tag etwas Neues dazu zu lernen. Dazu zählt auch, aus Erfahrungen zu lernen und die gewonnenen Erkenntnisse in der nächsten Situation umzusetzen und einzusetzen. 

Und wichtig: Lernen ist immer beidseitig, jeder lernt von jedem, zum Beispiel jüngere Menschen von älteren und andersherum. Gemeinsam und voneinander zu lernen ist ein unglaublicher Beschleuniger, darum ist es so wichtig in der schnell bewegenden technischen Welt. 

Das zweite Element ist die Begeisterung für die Rolle der Führungskraft – und damit die Begeisterung für Menschen. Nicht nur selbst begeistert zu sein, sondern auch andere begeistern zu können: Diese Fähigkeit ist essenziell. Sei es im eigenen Team, also in der Motivation der Mitarbeitenden. In der eigenen Organisation – da geht es um das Betriebsklima. Außerdem zählt die Fähigkeit dazu, Menschen außerhalb des Unternehmens zu begeistern. 

Was machst du als weibliche IT-Führungskraft anders? 

Es wird mir sehr oft gesagt, dass ich anders bin. Mein persönliches Motto ist: Eine Führungskraft ist nicht jemand, der über anderen steht und Arbeitsanweisungen erteilt und andere beurteilt. Vielmehr ist eine Führungskraft ein Mensch, der mit dem Team arbeitet, dem Team Mehrwert liefert und einen wichtigen Dienst am Team leistet. 

Eine Führungskraft muss das Individuum und das Team in die Lage versetzen, das bestmögliche, das in jedem und jeder Einzelnen steckt, zutage zu fördern. Ich bin immer wieder extrem begeistert, wenn wir das in den Projekten verankern und damit eine hohe Motivation und ein gutes Betriebsklima schaffen. 

Dein letztes Wow-Erlebnis: Wann war das? 

Das kann ich ganz klar sagen: Zu Beginn des Jahres 2022 habe ich für alle Mitarbeitenden, die direkt an mich berichten, gemeinsam mit einem bekannten Business Coach individuelle Videobotschaften aufgenommen, so genannte „Neujahrsimpulse“. Ich wollte ihnen Wertschätzung zeigen und Inspiration und Denkanstöße geben sowie auf ihre spezifischen Fragen eingehen. Dafür habe ich zuvor die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebeten, mir Fragen zu Herausforderungen zu schicken, die sie ganz aktuell in ihrem beruflichen Alltag umtreiben, wo sie Unterstützung benötigen könnten. Der Business Coach hat diese Fragen dann in Videoform beantwortet. An diesem Projekt habe ich sehr deutlich gespürt, wie intensiv sich jeder und jede mit der Verantwortung seiner Position auseinandersetzt. Das hat mich stark beeindruckt. Und es war für mich auch ein Aha-Effekt dahingehend, dass die Herangehensweise bei Männern anders war als bei Frauen. 

Und was auch toll war: Die Offenheit und das Vertrauen zwischen den Mitarbeitenden und mir als Führungskraft haben diese Aktion erst möglich gemacht. Wenn man als Führungskraft dort angekommen ist, dann macht Führen Spaß! 

Was möchtest du Frauen mitgeben, die eine Laufbahn in der IT einschlagen wollen? 

Frauen, traut euch! Und nehmt die Chance einer Ausbildung in den MINT-Berufen wahr. 

Frauen bringen mehr Vielfalt ins Unternehme und, auf die Führungsebenen. Sie tragen damit zu einer ausgewogenen Unternehmenskultur bei, die nachweislich für den Erfolg des Unternehmens wichtig ist. 

Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir Frauen die Chance geben, dann beweisen sie sich!

Maren Fähndrich
Maren Fähndrich

Maren ist Geschäftsführerin Kyndryl Deutschland B&TS GmbH und leitet in dieser Funktion ein Team von Architekten. In Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeitern ist die Erbringung professioneller Dienstleistungen mit einem starken Fokus auf Qualität, Kundenzufriedenheit und Kosteneffizienz das primäre Ziel. Aufgrund ihrer breiten IT-Kompetenz und ihrer vorbildlichen Zusammenarbeit  genießt sie hohe Reputation und ausgeprägte Sichtbarkeit bei Führungskollegen, Mitarbeitern und Liefergemeinschaften.

Schnelle, sichere und nachhaltige Digitalisierung im Gesundheitssektor: Geht das überhaupt?

Als Teil der kritischen Infrastruktur (KRITIS) ist der Gesundheitssektor unverzichtbar: Millionen Menschen allein in unserem Land verlassen sich jeden Tag auf seine Einrichtungen – und sind auf reibungslose Abläufe angewiesen. Umso entscheidender ist es, dass sich die Branche schnell, sicher und nachhaltig digitalisiert. Doch ist das überhaupt möglich? Oder widersprechen sich Digitalisierung und Krankenhausmarkt per se? 

Diese und weitere Fragen beantwortet Benedikt Ernst im Kyndryl Videointerview dem Moderator Stefan Pfeiffer. Zudem geht der Leiter IT Strategie und Transformation der Kyndryl Advisory & Implementation Services (A&IS) in Deutschland auf die Herausforderungen des Gesundheitssektors ein und stellt zwei Praxisbeispiele aus der Arbeit seines Teams vor. 

Kyndryl A&IS berät Unternehmen zur Modernisierung und zum Aufbau von modernen IT-Betriebsmodellen. Dabei profitieren die Kunden von der Erfahrung, die Kyndryl bereits im Betrieb standardisierter IT für große Unternehmen weltweit gesammelt hat. Auch im Gesundheitssektor ist dieses Wissen gefragt.

Digitalisierung sorgt für Aufbruchstimmung im Gesundheitssektor

Benedikt Ernst berichtet von der gemeinsamen Arbeit Kyndryls mit IBM an der Architektur der elektronischen Patientenakte für Krankenkassen, Gesundheitspersonal und Patienten. Ein anderes Beispiel: Derzeit begleitet Kyndryl die Universitätsmedizin Mainz bei der Transformation ihres gesamten IT-Systems.  

„Im Gesundheitssektor ist Aufbruchstimmung. Da ist Umsetzungswille.“ 

Benedikt Ernst, Kyndryl Deutschland

Um die Digitalisierung im Gesundheitssektor schnell, sicher und nachhaltig voranzutreiben, ist es laut Benedikt Ernst wichtig, die Anforderungen und Herausforderungen der Branche zu kennen. Diese sind aus Sicht des Experten: 

  1. Regionale Unterschiede: Die Gesundheitsversorgung in Deutschland ist föderal organisiert. In jedem Bundesland gibt es verschiedene Definitionen, Kategorisierungen und Herausforderungen. Es gilt, diese zu verstehen und bei der Digitalisierung zu berücksichtigen.  
  1. Schnelle Privatisierung: Im Jahr 2009 befanden sich noch 648 Krankenhäuser in der Hand öffentlicher Träger. Zehn Jahre später waren es nur noch 545. Der Krankenhausmarkt wandelt sich immer mehr von einem öffentlichen zu einem privaten Sektor. 
  1. Datenschutz als Chance: Die DSGVO ist laut dem Experten kein Showstopper. Richtig umgesetzt kann sie sogar ein Wettbewerbsvorteil sein. Schließlich zeigt man damit, dass man das Thema Datenschutz sehr ernst nimmt. 

„Schnelligkeit kriegen wir hin, indem wir von anderen Branchen lernen. Zugleich müssen wir die speziellen Anforderungen der Gesundheitsversorgung berücksichtigen. So schaffen wir eine gute Balance, um den Wandel im Gesundheitssektor voranzubringen.“ 

Benedikt Ernst, Kyndryl Deutschland

SAP in die Public Cloud verlagern – Herausforderungen und Chancen 

Auch in Deutschland ist es aktuell ein heiß diskutiertes Thema: Die Migration von Kernanwendungen in die Public Cloud. Dazu zählen vor allem auch die geschäftskritischen Anwendungen aus den SAP-Systemen. Viele Unternehmen verlagern bereits ihre kritischen Applikationslandschaften in die Cloud oder denken zumindest darüber nach.

Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand: 

  • das große Spektrum der Hyperscaler hinsichtlich Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS), 
  • die hohe Flexibilität und Skalierbarkeit, 
  • der Verbrauch und die Nutzung im On-demand-Service-Modell ohne Asset-Kosten und Abschreibungen in den Büchern und
  • die weltweite Portierbarkeit und Nutzbarkeit der Workloads durch die große Anzahl an Rechenzentren der Hyperscaler in vielen Ländern.

Und dennoch scheuen sich viele Unternehmen noch diesen Schritt zu gehen und das, obwohl auch SAP selbst eine Migration in die Cloud stark vorantreibt. Bei der Migration in die Cloud gibt es in der Tat noch viele Fallstricke und Risiken und einen Ausfall der Systeme können sich Unternehmen nicht leisten. SAP-Systeme haben sehr viele Verbindungen zu anderen Applikationen Innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Auf Ihnen laufen die geschäftskritischen Prozesse der Unternehmen. Die Ausfallsicherheit dieser Systeme steht damit an höchster Priorität.  

SAP-Know-How und Expertenwissen sorgen für die richtige Architektur  

Unternehmen interessieren sich also dafür, wie die Migration mit einem planbaren Aufwand und mit geringem Risiko vollzogen werden kann. Die beiden Schlüsselwörter hier lauten: Skills und Assets. Die Skills beschränken sich nicht nur auf das Wissen der Experten zu den SAP-Anwendungen, sondern müssen auch das richtige Know-How bei der Implementierung auf den jeweiligen Plattformen umfassen, sodass nach dem Umzug die Anforderungen an Performance, Verfügbarkeit, Disaster Recovery und im Bereich Security weiterhin vollumfassend erfüllt sind. 

Um den Schritt in die Cloud wagen zu können braucht es demnach eine hohe Kompetenz und Erfahrung im Aufbau, Betrieb, der Integration und der Migration von SAP-Systemen. Zudem benötigt es ein solides Wissen über die technischen Rahmenbedingungen und Besonderheiten der Public Cloud-Zielumgebung. Anbieter wie AWS, Azure und GCP haben unterschiedliche Referenz-Architekturen und manchmal benötigt man zur Erfüllung der spezifischen SAP-Anforderungen noch zusätzliche Komponenten von Anbietern, wie z.B. NetApp sie bietet.

SAP-zertifizierte Beratung durch Kyndryl macht Migration in die Public Cloud möglich 

Wir als Kyndryl sind als Servicepartner gut aufgestellt, um unsere Kunden auf ihren Weg in die Cloud zu begleiten. Wir machen das Geschäft mit SAP seit Jahrzehnten und kümmern uns um die SAP-Umgebungen und die Infrastruktur unserer Kunden. Auch die Migration auf verschiedene Plattformen ist hier nichts Neues für uns. Und seit einigen Jahren machen wir das eben auch auf Basis von hybriden und Multi-Cloud Architekturen. Neben unseren Erfahrungen mit Cloud-Diensten können wir hunderte von SAP-zertifizierten Spezialisten zu unseren Mitarbeitern zählen, die aus einem reichen Erfahrungsschatz und wiederverwendbaren Konzepten zu den unterschiedlichen SAP Modulen, diversen Infrastrukturen und Cloud Services schöpfen können. Wir sind damit in der Lage, SAP-Systeme auf so ziemlich jeder vom Kunden gewünschten Ziel-Plattform oder Umgebung zu designen, zu implementieren, zu migrieren und zu betreiben. 

Die Herausforderungen für Cloud-basierte SAP-Systeme sind groß, die Vorteile der Migration können aber umso größer sein. Es erscheint in Anbetracht all der Fallstricke und Hürden bei diesem Schritt natürlich einschüchternd und sehr risikoreich, diesen zu gehen. Nichtsdestotrotz ist er sinnvoll und mit dem richtigen Servicepartner, der Know-How und Erfahrung in sich vereint, ist das Risiko eines holprigen Übergangs sehr gering. Eine erfolgreiche Migration in die Cloud ist ein logischer Schritt auf dem Weg zu einem modernen und digitalisierten Unternehmen.

Über die Herausforderungen und Lösungsstrategien bei der Migration von SAP-Anwendungen in die Public Cloud spricht Viktor Greve, Executive IT Architect, Cloud Practice bei Kyndryl Deutschland, auch im Videointerview mit Moderator Stefan Pfeiffer:  

Sind kritische IT-Infrastrukturen gegen Cyberangriffe gewappnet? Was können wir noch tun? Interview mit Dominik Bredel

Die Gefahr der Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen treibt IT-Fachleute weltweit um – aktuell stärker denn je. Gerade erst war Log4j das alles beherrschende Thema. Jetzt warnen Behörden und Sicherheitsfachleute – auch hierzulande – vor zerstörerischen Malware-Angriffen auf IT-Systeme im Zuge der Ukraine-Krise. Am schlimmsten wären die Folgen bei Organisationen, die kritische Infrastrukturen betreiben. Also zum Beispiel Behörden und Krankenhäuser, aber auch Banken und Energieversorger. 

In dieser Ausgabe des regelmäßigen Kyndryl Security Talks teilt Dominik Bredel, Security-Experte bei Kyndryl in Deutschland, seine Einschätzung der aktuellen Lage. Er sagt, wie weit die Betreiber kritischer Infrastrukturen mit der Umsetzung der aktuell geltenden Sicherheitsvorschriften sind. Und er nennt drei Maßnahmen, mit denen Organisationen sich gegen Cyberangriffe schützen oder deren Folgen mildern können. 

Im Mittelpunkt von Dominik Bredels Arbeit steht die Business Continuity seiner Kunden und die ständige Anpassung an neue Sicherheitsbedrohungen und regulatorische Standards durch ganzheitliche Cybersecurity-Systeme mit präventiven und reaktiven Maßnahmen. Der Kyndryl-Experte betont, dass 80 Prozent der erfolgreichen Angriffe nach wie vor durch Fehlverhalten der End-User ermöglicht werden. Hier sieht er einen wichtigen Ansatzpunkt für den Schutz der IT-Infrastrukturen. Dabei müssten alle Mitarbeitenden mitgenommen werden:

„Das simple, oft unterschätzte Thema Endanwender muss wieder in den Vordergrund rücken.“ 

Dominik Bredel, Security-Experte Kyndryl

Der Cyberraum ist zum Ort der erweiterten Kriegsführung geworden 

Auch die Sicherheitsbehörden haben aufgerüstet. Grundsätzlich ist Dominik Bredel der Meinung, dass die aktuellen Vorschriften für Betreiber kritischer Infrastrukturen in die richtige Richtung gehen. Allerdings findet nach seiner Erfahrung die Umsetzung oft verzögert statt, da Security-Projekte meist kostenintensiv, komplex und nicht leicht zu realisieren sind. 

Diese Maßnahmen empfiehlt der Experte von Kyndryl gegen Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen: 

  1. Antizipieren: Nicht abwarten und schauen was passiert, sondern proaktiv handeln. Dazu gehören die Analyse von Anomalien im Netzwerk und Threat Hunting, zum Beispiel Suche nach Impossible Travel (ein Nutzer an zwei Orten eingeloggt), und vieles mehr. 
  1. Schützen: Sicherstellen, dass vorhandene Security-Maßnahmen korrekt funktionieren und korrekt konfiguriert sind. Dies umfasst Backup und Recovery, die Kopie des Active Directories sowie aktuelle Patches. 
  1. Standhalten:  Klarheit schaffen, was im Falle eines Cyberangriffs zu tun ist. Wann war die letzte Übung und Simulation? Wissen die Mitarbeitenden, wie sie einen Angriff melden? Kennen die relevanten Personen die Cybersecurity Playbooks? 

„Durch den Betrieb kritischer Infrastrukturen bringt Kyndryl jahrzehntelange Erfahrung mit, wie auf Angriffe und Bedrohungen zu reagieren ist. Auch in einer dynamischen Bedrohungslage gibt es bewährte Methoden, um neue Risiken zu antizipieren.“ 

Dominik Bredel, Security-Experte Kyndryl Deutschland

Virtuelle Arbeitsplätze mit Microsoft Azure und Kyndryl – Sicher und flexibel

Unternehmen beschäftigen sich nicht erst seit Beginn der Pandemie mit dem Thema virtuelle Arbeitsplätze, mit Home Office und generell flexiblen Arbeitsmodellen. Die letzten zwei Jahre haben diesen Trend jedoch massiv beschleunigt und eine konkrete Dringlichkeit erzeugt: Wie können Unternehmen eine solche virtuelle Desktop-Infrastruktur möglichst sicher umsetzen? Wie können sie von der Flexibilität virtueller, cloud-basierter Arbeitsplätze profitieren, ohne zu einem Einfalltor für Cyber-Angreifer zu werden? Dazu spricht Stefan Pfeiffer mit Rolf Vogelgesang, Manager eines IT-Architekten-Teams bei Kyndryl in Deutschland.

Kyndryl arbeitet bei diesem Thema eng mit dem Partner Microsoft zusammen, um Unternehmen das komplette Paket anbieten zu können, von der Beschaffung der Geräte über deren Konfiguration und Installation bis zur Absicherung und dem kontinuierlichen Monitoring. Die virtuelle Desktop-Infrastruktur wird dabei komplett in der Microsoft Azure Cloud gehostet. Unternehmen haben dadurch zentral alle Möglichkeiten, ihre Infrastruktur sicher zu machen, zu managen und zu monitoren. Das jeweilige Endgerät der Nutzerinnen und Nutzer, sei es ein PC, ein Laptop oder ein mobiles Endgerät, dient dann nur noch zur Kommunikation mit den entsprechenden Daten in der Cloud.

Eine solche Infrastruktur entspricht dabei höchsten Sicherheitsanforderungen. Kyndryl ist hierbei unter anderem für das Monitoring zuständig. So kann Kyndryl mit Hilfe von künstlicher Intelligenz frühzeitig Anomalien erkennen und beheben, bevor diese gefährlich werden. Dieses Monitoring auf KI-Basis geschieht automatisiert und wird ständig weiterentwickelt.

Virtuelle Arbeitsplätze bei einer Bank nach Anforderungen der BaFin

Rolf Vogelgesang spricht im Videointerview über einen konkreten Kunden aus dem Banken-Umfeld: Kyndryl hat für diesen Kunden die komplette Arbeitsplatzinfrastruktur auf Basis von Microsoft bereitgestellt. Wenn beispielsweise Bankmitarbeiter spezielle Programme für Kontoanwendungen benötigen, stellt Kyndryl dieses Paket zur Verfügung. Die virtuellen Arbeitsplätze sind dabei so sicher, dass sie höchsten Anforderungen genügen, etwa auch Anforderungen der BaFin in der Finanzbranche.

Das Thema Flexibilität wird auch nach Ende der Pandemie zentral für die meisten Unternehmen sein. Mit einer Cloud-Infrastruktur können Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer das Arbeitsmodell anbieten, das aktuell genutzt wird und sinnvoll ist. Sobald sich die Arbeitsweise ändert, passt sich auch die Infrastruktur entsprechend an.

Das heißt: Virtuelle Arbeitsplätze machen ein sicheres und flexibles Arbeiten dauerhaft möglich. Und deshalb ist es ratsam, dass Unternehmen sich jetzt mit dieser Möglichkeit beschäftigen. Für Fragen steht Rolf Vogelgesang mit seinem Team zur Verfügung.

Wie Kyndryl die IT-Transformation sicherer macht und beschleunigt

Kyndryl ist mit rund 90.000 Mitarbeitenden weltweit gestartet. Ihre Expertise ist das wertvollste Asset des IBM-Spin-offs. Sie liegt zum einen im Betrieb von IT-Infrastrukturen. Zum anderen fokussieren sich IT Management Berater und Enterprise Architekten auf die Beratung zur Modernisierung und zum Aufbau neuer IT-Betriebsmodelle. Mit den Kyndryl Advisory & Implementation Services (A&IS) unterstützen sie Unternehmen bei der Transformation ihrer IT. 

Stefan Pfeiffer spricht mit Benedikt Ernst, dem Leiter IT Strategie und Transformation innerhalb von A&IS, darüber, warum es so wichtig ist, nicht bei der Beratung stehenzubleiben – sondern mit den Kunden in die Umsetzung zu gehen. Und warum alle A&IS-Projekte von Kyndryls Expertise im Infrastruktur-Betrieb profitieren. 

„Hören wir bei der Beratung auf? – Nein! Wir sind nicht nur Berater, sondern auch Umsetzer – und bringen die Erfahrung aus dem Infrastruktur-Betrieb mit.“

Benedikt Ernst, Leiter IT-Strategie und Transformation bei Kyndryl A&IS

Kyndryl berät seine Kunden zu Strategie, Prozess, Technologie und Organisation. Die Expertise aus dem Infrastruktur-Betrieb fließt in die Beratung ein – bewährte Methoden geben Sicherheit und beschleunigen den Prozess. Es folgt die Umsetzung: Kyndryl begleitet den Kunden mit seinem Know-how, bis die Transformation erfolgreich abgeschlossen ist.

Benedikt Ernst nennt das „übersetzen und umsetzen“. Im ersten Schritt gilt es das Geschäftsmodell und die heutigen und künftigen Anforderungen des Kunden zu verstehen. Diese Anforderungen werden übersetzt in IT-Strategie, -Architektur und -Prozesse – und in einen Weg der Transformation: die gemeinsame Umsetzung.

„Man muss verstehen: Was muss das Unternehmen betreiben, was braucht es für einen stabilen und sicheren Geschäftsbetrieb? Und das muss alles vorab definiert, erprobt und getestet sein.“

Benedikt Ernst, Leiter IT-Strategie und Transformation bei Kyndryl A&IS

In dem gesamten Prozess kommen die tiefgehende Expertise der Kyndryl-Experten zur Anwendung: Strategieberatung, App, Data & AI, Anwendungsmigration, Security & Resiliency, Netzwerk, Hybrid IT und mehr. Benedikt Ernst, „Berater aus Leidenschaft“, illustriert den Prozess mit zwei Beispielen aus der Arbeit mit den Kyndryl-Kunden B. Braun und Universitätsmedizin Mainz.

Und er gibt Auskunft über die wichtigsten Fragen, die viele Kunden – aller Branchen und Größen – umtreiben:

  1. Wie kann die IT-Strategie umgesetzt werden? Wie können wir die nötigen Skills aufbauen?
  2. Wie schaffen wir den Move in die Cloud und die Zentralisierung unserer IT?
  3. Welche IT-Komponenten haben wir eigentlich und wie sind die wechselseitigen Abhängigkeiten?

Weitere Gespräche mit Expertinnen und Experten aus dem Kyndryl Consulting-Bereich finden Sie hier und hier.

Partnerschaft von Microsoft und Kyndryl: Der Blick über den Tellerrand

Am 12. November 2021 gaben Kyndryl und Microsoft den Ausbau ihrer globalen, strategischen Partnerschaft bekannt. Es geht bei dieser Partnerschaft vor allem um Microsoft Azure, Cloud-Dienstleistungen und darum, Unternehmen in die Microsoft Cloud zu bringen. Was bedeutet die Partnerschaft für Unternehmen in Deutschland? Was erhoffen sich Microsoft und Kyndryl davon und was bringen die beiden Unternehmen in die Partnerschaft ein? Stefan Pfeiffer spricht mit dem Analysten Axel Oppermann darüber, wo die Vorteile dieser Partnerschaft liegen. Axel Oppermann liefert als erfahrener IT-Marktanalyst und Microsoft-Experte eine unabhängige Sicht auf diese Ankündigung.

„Viele Unternehmen haben erkannt, dass Innovationen nur möglich sind, wenn entsprechende Infrastrukturen vorhanden sind.“

Axel Oppermann, IT-Analyst

Microsoft-Kunden erhalten durch diese Partnerschaft einen neuen Beratungs- und Integrationspartner, der ihnen dabei hilft, entsprechende Produkte und Dienstleistungen zu integrieren. Viele Unternehmen in Deutschland stehen derzeit vor einer Modernisierung ihrer IT-Infrastruktur und dabei steht das Thema Konsolidierung und damit zusammenhängend eine innovative Cloud-Strategie auf dem Plan. Dabei gebe es laut Oppermann Studien, die zeigen, dass über 30 Prozent der Cloud-Projekte nicht die erhofften Ergebnisse bringen.

Dabei sind Partner und Dienstleister vor allem wichtig, die richtige Balance zwischen Cloud- und On Premise-Lösungen sowie die richtige Strategie zu finden. Dabei brauche es Dienstleister, die nicht nur die Microsoft-Brille aufhaben, sondern einen ganzheitlichen Blick liefern. Dies gelte auch im Sinne einer internationalen Abdeckung, wie Kyndryl sie liefert. Dies ist nicht nur für die großen Unternehmen, sondern auch für den gehobenen Mittelstand interessant und da fülle Kyndryl eine Lücke, die es derzeit im Partner-Netzwerk von Microsoft in Deutschland noch gibt.

Eine Partnerschaft, die allen Beteiligten dient

Neben des Nutzens dieser Partnerschaft für die Kunden geht Axel Oppermann im Gespräch mit Stefan Pfeiffer noch darauf ein, welche Vorteile die Ankündigung für Microsoft und Kyndryl selbst bedeutet.

„Es fehlen derzeit Partner, die die Strategie von Microsoft schnell in den Markt bringen und den ganzheitlichen Blick mitbringen.“

Axel Oppermann, IT-Analyst

Partner wie Kyndryl bringen auch Kunden mit, die bisher keinen Fokus auf Microsoft-Produkte gelegt haben. Diesen kann man nun Microsoft-gestützte ganzheitliche Systeme anbieten. Das gleiche gilt auch für Kyndryl, die ihren Kundenstamm ebenfalls erweitern können. Der Ausbau von Multi-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Systemen, Anwendungs-Modernisierungen oder Security-Anforderungen können so effektiver umgesetzt und optimiert werden. Die ganzheitliche und gemeinsame Beratung vor Ort und individuell wird für die nun gemeinsamen Kunden möglich gemacht.

Kurz zusammengefasst:

„Diese Ankündigung zeigt mal wieder, wie wichtig Partnerschaften und Ökosysteme in der IT-Industrie sind.“

Axel Oppermann, IT-Analyst

Digitalisierung in der Finanzbranche – Innovationen für die Zukunft

Der Megatrend Digitalisierung nimmt sich eine Branche nach der anderen vor und verändert diese nachhaltig. Unternehmen sollten diese Herausforderung annehmen und sich intensiv mit Innovationen, neuen Geschäftsmodellen und innovativer IT-Infrastruktur beschäftigen. Das betrifft natürlich auch die Finanzbranche.

Komplexität als Haupttreiber der Digitalisierung in der Finanzbranche

Ein Haupttreiber für Innovationen bei den Banken ist die steigende Komplexität, die mit der Digitalisierung in der Finanzbranche einhergeht. Neue und alte Technologien und Prozesse müssen miteinander verwoben werden. Erschwert wird das ganze durch die weitreichenden Regularien, die der Branche auferlegt sind. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat ein besonderes Augenmerk auf die digitale Transformation bei Banken gelegt, insbesondere hinsichtlich der Anforderungen an alle IT-Systeme, an das Risikomanagements und die Sicherheit. Die BaFin stellt sicher, dass alle Prozesse sicher sind und sich keine möglichen Lücken für Angriffe auftun.

Bank To Go – immer und überall

Die erwähnte Komplexität entsteht auch durch die höheren Anforderungen der Kunden, die heute Servicedienstleistungen ihrer Banken über mehrere Kanäle hinweg erwarten. Für Bankgeschäfte in eine Filialen zu gehen, empfinden gerade junge Kunden als nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen nutzen sie Onlinedienste und mobile Geräte wie Smartphones und Smartwatches: Kunden möchten Überweisungen, Daueraufträge oder Bezahlvorgänge von jedem Ort aus und zu jeder Zeit ausführen können – und das in Echtzeit und möglichst einfach. Das Angebot solcher Dienste ist deshalb für die Finanzbranche unerlässlich. Jeder zusätzliche Kanal erfordert jedoch auch mehr Aufwand, um eine reibungslose Verfügbarkeit zu gewährleisten.

Hinzu kommen technische Herausforderungen, die gemeistert werden müssen, um reibungslose Kundenerlebnisse zu ermöglichen. Hierbei können Multi-Cloud- und hybride Cloud-Systeme entscheidend unterstützen. Verschiedene Provider und unterschiedliche Infrastrukturen mit bestehenden Angeboten zu kombinieren, ist keine leichte Aufgabe und erfordert eine bewusste und umsichtige Integration. Zusätzlich gibt es für die Bankenbranche zunehmend Konkurrenz von Fintech-Unternehmen und Angeboten wie Paypal oder ApplePay. Hier müssen traditionelle Banken „mithalten“.

Digitale Fintechs sind Herausforderung und Chance

Gerade die Fintechs zeigen, dass es viele neue Technologien in der Bankenbranche gibt,  die das traditionelle Bankengeschäft bedrohen oder zumindest nachhaltig verändern. Dieses ist oft geprägt von starren Prozessen, die einer digitalen Entwicklung im Weg stehen. Um als Dienstleister relevant zu bleiben, müssen sich Banken allerdings auf Veränderungen einlassen und diese als Chance begreifen. Veraltete Systeme brauchen Modernisierung, und um den neuen Anforderungen zu begegnen,  müssen IT und Führungsebene gemeinsam an einem Strang ziehen.

Hohe Priorität sollte dabei die Vernetzung verschiedener Systeme haben, um das Kundenerlebnis in den Vordergrund zu rücken. Die Lösung hierfür ist die Verankerung von Innovationen in die generelle IT-Strategie. Somit begegnen die Unternehmen den Neuheiten auf dem Markt nicht nur reaktiv, sondern als festen Bestandteil einer zukunftsorientierten Entwicklung. Diese Strategien können etwa auch beinhalten, mit Fintechs zusammenzuarbeiten, die inzwischen fester Bestandteil des Finanzsystems sind.

Digitalisierung als Herausforderung – Die Banken sind nicht alleine

Bei der Digitalisierung in der Finanzbranche gibt es viele Aufgaben zu bewältigen. Experten, die große Erfahrung mit den Hürden und Herausforderungen im modernen Finanzwesen haben, können bei der Umsetzung von IT-Strategien unterstützen. Kyndryl hat einen breiten Erfahrungsschatz rund um das komplexe Thema Modernisierungen im Finanzwesen. Experten wie Beyza Erkul, IT Management Consultant bei Kyndryl in Deutschland, helfen dabei, eine moderne, sichere und einfache Anwendungslandschaft für Banken zu schaffen und damit die notwendigen Innovationen zu ermöglichen.

Videogespräch mit Beyza Erkul zu den Herausforderungen der Finanzbranche in Sachen Digitalisierung

Dies ist der zweite Beitrag in unserer Reihe zu den Herausforderungen der Digitalisierung in bestimmten Branchen. Den ersten Teil zur Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung finden Sie hier.

Nachhaltigkeit in der IT: Green Data Center Services

Wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt erfordern den Einsatz digitaler Technologien. Angesichts der Tatsache, dass digitale Produkte und Schnittstellen allmählich in jeden Bereich unseres täglichen Lebens Einzug halten, ist die Digitalisierung für Regierungen und Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Jedoch, aufgrund der schlechten Sichtbarkeit der vernetzten Infrastrukturen, werden die direkten und indirekten Auswirkungen auf das Klima, die mit der zunehmenden Nutzung der Digitalisierung verbunden sind, immer wieder unterschätzt. [1]

In einer Erhebung von IDC (International Data Corporation) und Seagate, einem Anbieter von Festplatten und Speicherlösungen, wird dargelegt, wie rasant der Datenverkehr der letzten Jahre gestiegen ist und auch in Zukunft noch weiter wachsen wird. Beispielsweise wird prognostiziert, dass allein in den nächsten drei Jahren das globale Datenaufkommen auf 175 Zettabytes[2] in 2025 ansteigen soll. In 2018 waren es „nur“ 22 Zettabytes an Daten.[3]

Das bedeutet einfach gesprochen: Jede Suchanfrage, jeder Klick, jede Mail oder jedes gestreamte Video erzeugt Unmengen an Daten und diese verbrauchen sehr viel Strom, was sich negativ auf das Klima und die Umwelt auswirkt. 

Gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Green Data Center

Das bedeutet jedoch nicht, dass die digitale Entwicklung auf Grund des Klimas aufgehalten werden soll. Denn die Lösung der Frage des Energieverbrauchs wird nicht durch Verzicht auf die Technologien gelöst werden können, sondern durch die Vermehrung von Wissen und dessen Anwendung. Digitale Technologien vermehren den Wohlstand der Menschen weltweit und sorgen mit neuen Verfahren auch dafür in allen möglichen Branchen Energie einzusparen. Digitale Technologien müssen energieeffizienter und klimafreundlicher gestaltet werden, um den vollen Nutzen auszuschöpfen. Aber: Digitaler Klimaschutz ist kein Selbstläufer. Er muss von den Unternehmen aktiv betrieben und von der Politik gefördert werden.[4] Die Digitalisierung hat somit das Potenzial eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz zu spielen.

Die Herausforderung zu energieeffizienter Informationstechnologie ist auf der politischen Agenda der EU ganz nach oben gerückt: Der Green Deal der EU zielt auf klimaneutrale, hoch energieeffiziente und nachhaltige Rechenzentren bis 2030 ab. In dem Dokument „Digitale Kompass 2030“ steht unter anderem Folgendes geschrieben:

„Mit dem erweiterten Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) wird die Kommission Mechanismen zur Messung der Energieeffizienz der von europäischen Unternehmen genutzten Rechenzentren und elektronischen Kommunikationsnetze einführen.“ [5]

Dadurch kann erwartet werden, dass es in den nächsten Jahren weitere Vorgaben von der Politik an Unternehmen geben wird. Diese sind somit zunehmend in der Pflicht ihre digitale Infrastruktur energieeffizient auszurichten. Somit rückt die Relevanz von energieeffizientem Wirtschaften auch für Unternehmen zunehmend in den Fokus.

Green IT fängt beim Rechenzentrum an

Allein im Jahr 2017 haben Server und Rechenzentren in Deutschland insgesamt 13,2 Milliarden kWh Strom verbraucht, so das Berliner Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg von 6 %. 2017 ist der Stromverbrauch so stark gestiegen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die fortschreitende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft macht immer mehr zentrale Datenverarbeitung und -speicherung in Rechenzentren notwendig. Auch der Bedarf vieler professioneller Nutzer, Daten lokal zu speichern und zu verarbeiten, steigt rasant.[6]

Der ökologische Fußabdruck von Servern und Rechenzentren ist ein Beispiel dafür, dass die Digitalisierung massive Auswirkungen auf das Klima hat. Die Rechenzentren, Knotenpunkte und Speicherorte unserer digitalen Infrastruktur gehören zu den Bereichen der IT, welche am meisten Strom verbrauchen. Doch nicht nur der Stromverbrauch ist ein Problem, sondern auch die von den Servern erzeugte Wärme ist erheblich.[7] Die Rufe nach grünen Rechenzentren werden daher immer lauter.

Was ist ein grünes Rechenzentrum?

Ein grünes Rechenzentrum ist in seiner grundlegendsten Definition eine Einrichtung, die ihre Umweltauswirkungen durch wesentliche Konstruktionsmerkmale wie Strom- und Wasserverbrauch, CO2– Produktion und die zur Herstellung der Geräte verwendeten Materialien minimiert. Eine Anlage muss also vom Entwurf bis hin zum Betrieb optimiert werden, um wirklich nachhaltig zu sein. Und diese Verpflichtung erstreckt sich über die gesamte Lebensdauer des Rechenzentrums. 

Zum einen kann man, um Rechenzentren nachhaltiger zu betreiben, auf regenerative Energien setzen. Das heißt Wind und Sonne sollen fossile Brennstoffe wie Kohle oder Gas bei der Erzeugung von Energie zunehmend ersetzen. Damit weicht man ebenfalls auf dezentrale und kleinere Energiequellen aus statt auf große zentrale Kraftwerke zu setzen. Regenerative Energiequellen wie Sonnen- und Windenergie unterliegen jedoch starken saisonalen Schwankungen und können teilweise auch nicht in den Nachtstunden genutzt werden. Aus diesem Grund kann es zu einer Produktion überschüssiger Energie kommen, die ins Netz eingespeist werden muss oder es kann zu Energieengpässen kommen wo ein Netzbezug erforderlich ist.

Kritiker sehen insbesondere die Einspeisung ins Netz kritisch, da die Netzbetreiber eine Überlastung des Netzes verhindern müssen. Als positive Referenz kann man hier jedoch Google nennen, welche beispielsweise ein System entwickelt haben, welches rechenintensive Aufgaben automatisiert in Zeiten ausführt, in denen CO2– arme Energiequellen wie Wind und Sonne im Überfluss vorhanden sind.[8] Ebenfalls müssen die Gebäude Strom und Wasser auf kosteneffiziente Weise nutzen. Der Umgang mit Wasser und die Nutzung erneuerbarer Energien setzen neue Maßstäbe, an denen grüne Rechenzentren gemessen werden. Von der Energiespeicherung bis zu Sonnenkollektoren wird alles eingesetzt, um den Verbrauch zu senken.

Potential Sustainability Areas Green Data Center
Source: Kyndryl (2022)

Ein weitere Aspekt bezieht sich auf das Thema der Nachnutzung der Energien, welche aus dem Rechenzentrum kommen. Auch unter dem Stichwort Abwärmenutzung bekannt. Denn der Strom, welcher in Rechenzentren fließt erzeugt Wärmeenergie. Diese Wärmeenergie kann weiter genutzt werden, um beispielsweise andere Gebäude zu heizen. Sprich die Abwärme, die aus den Rechenzentren entsteht wird weiterverwendet und nicht einfach in die Umwelt abgegeben.

In Braunschweig hat Kyndryl (damals noch als IBM) 2019 schon erste Erfolge gefeiert. Die Abwärme eines Rechenzentrums der Volkswagen Financial Services AG wird derzeit für die Beheizung von rund 400 Wohneinheiten in einem nahe gelegenen Neubaugebiet genutzt. BS Energy, ein regionaler Energieversorger, versorgt diese Wohneinheiten mit Fernwärme aus einem benachbarten Heizwerk. Das Projekt war von Bedeutung, da die Wärmerückgewinnung in Rechenzentren bisher als unwirtschaftlich galt, weil die Abwärmetemperatur für ein Warmwasser- oder Heizsystem zu niedrig ist. Mit allen Energiesparmaßnahmen kann das Level 4 Rechenzentrum nun im Volllastbetrieb im Jahresdurchschnitt einen PUE von weniger als 1,3 erzielen, so ein TÜV-Bericht vom November letzten Jahres.[9] 

Auch die Wüstenrot & Württembergische AG (W&W) setzt auf Kyndryl. Dort wird die Rechenzentrumsabwärme zur Beheizung des Firmencampus in Kornwestheim genutzt. Mit der Wasser-Wasser-Wärmepumpe wird der neu gebaute Campus der W&W mit Wärme versorgt. Dabei können ca. 150kW Wärme aus dem Rechenzentrum mit einem hohen Temperaturniveau zur Gebäudebeheizung genutzt werden. Der Betrieb der Wärmepumpe kann parallel zur freien Kühlung verwendet werden, was doppelte Effizienz verspricht.

Darüber hinaus spielt auch das Thema Lüftung und Kühlung bei Green IT eine wichtige Rolle und ist neben der IT an sich der zweitgrößte Energieverbraucher. Klimatisierung sorgt dafür, dass die von Servern, Speichern und Netzwerkkomponenten erzeugte Wärme abgeführt und das Rechenzentrum in einem für die sensiblen Gerätschaften passenden Temperaturbereich gehalten wird. Neben dem Serverraum selbst müssen auch Schaltanlagen, Batterieräume, etc. gekühlt werden. In praktisch allen Rechenzentren sammeln heute Umluftsysteme die Wärme im Serverraum und leiten sie über ein Kühlmedium, wie z.B. Wasser oder Kältemittel, an einen Kühlkörper weiter.

In diesem Fall werden energieeffiziente Ansätze wie die freie Kühlung verfolgt. Dabei kommen zusätzlich je nach System verschiedene Kältemittel wie HFKW-Kältemittel, Propan oder andere natürliche Kältemittel zum Einsatz. Obwohl HFKW-Kältemittel recht sicher sind, schädigen sie die Ozonschicht und stehen daher in der Kritik (Die EU hat auch eine Einschränkung für ihren Verkauf bis 2030 verhängt). Darüber hinaus, um dem entgegen zu wirken, können Rechenzentren seit 2011 mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet werden. Die Zertifizierung weist nach, dass in diesen Rechenzentren nur halogenfreie (natürliche) Kältemittel eingesetzt werden.[10]

Herausforderungen für Green Data Center

Kritiker merken jedoch an, dass es teilweise noch an dem nötigen regulatorischen Freiraum fehle, welcher das Potential von Rechenzentren Teil der Energiewende zu werden zunichte macht. Denn die steigenden gesetzlichen und institutionellen Anforderungen an Rechenzentren stehen im Kontrast zur Nachhaltigkeit. Zum Beispiel wäre unter anderem Windenergie sehr ertragsreich. Damit könnte ein kleines Rechenzentrum durch ein entsprechendes Speichersystem komplett versorgt werden. Jedoch stehen einem hier dann die gesetzlichen Vorschriften im Weg und verschrecken leider die Bauherren.

Ebenfalls müsse es zusätzlich zu den eingangs beschriebenen Maßnahmen noch mehr finanzielle Anreize seitens der EU und der Regierung geschaffen werden, um die aktuell noch zu große fehlende Wirtschaftlichkeit in Bezug auf die Nachhaltigkeit von Rechenzentren (und die damit in Verbindung stehenden innovativen Technologien) zu beseitigen. 

Die richtigen Signale bzgl. Green IT werden unserer Meinung nach jedoch schon teilweise gesendet. Zum 1. Januar 2023 soll beispielsweise die Finanzierung der EEG-Umlage zur Förderung der Energiewende in Deutschland über den Strompreis enden. Für Unternehmen bedeutet der Wegfall eine deutliche Entlastung und das mache umweltfreundlichere, strombasierte Anwendungen (z.B. Abwärmenutzung) attraktiver.[11]

Kyndryl mit Erfahrung im Bereich Managed Data Center Services

Kyndryl selbst hat jahrelange Expertise im Bereich der Konzeption, Planung und Realisierung von nachhaltigen Rechenzentren. Um sich den stets verändernden Energie- und Umweltrichtlinien anzupassen, bietet Kyndryl Beratungsdienstleistungen sowie verschiedene Data Center Services an, welches ein am Markt einzigartiges Portfolio von industrialisierten und standardisierten Rechenzentren bereitstellt. 

Sustainable Kyndryl Data Center
Source: Kyndryl (2022)

Auf der einen Seite sind wir in der Lage Rechenzentren schlüsselfertig unter Berücksichtigung der kundenseitigen Zertifizierungsanforderungen (Stichwort „Blauer Engel“) in hoher Qualität und zum vereinbarten Termin zum Festpreis anzubieten. Insbesondere unsere Referenzen in Bezug auf Projekte rund um die effiziente Nachnutzung von Abwärme zeigen, dass wir schon viel Expertise mitbringen. Auf der anderen Seite stellen wir im Rahmen unserer Managed-Services-Dienstleistungen von uns verwaltete und sichere Rechenzentrumskapazität zur Verfügung und unterstützen bei der Definition von individuell auf den Kunden abgestimmten hybriden Data Center-Konzepten.  Auch Kyndryls Rechenzentren werden nachhaltig verwaltet. In 2020 wurden 55% des Stroms, der in den von Kyndryl betriebenen Rechenzentren, aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. 

Kyndryl ist der Partner im Kontext Green IT sowie nachhaltiger Managed Data Center Services und hilft dabei die idealen hybriden Infrastrukturkonzepte umzusetzen, um den größtmöglichen Mehrwert ihrer IT zu generieren.

Also packen wir es an.

Quellen

[1] https://theshiftproject.org/wp-content/uploads/2019/03/Executive-Summary_Lean-ICT-Report_EN_lowdef.pdf

[2] Ein Zettabyte entspricht einer Billion Gigabyte.

[3] https://www.seagate.com/files/www-content/our-story/trends/files/idc-seagate-dataage-whitepaper.pdf

[4] https://www.bitkom.org/klimaschutz-digital

[5] https://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:12e835e2-81af-11eb-9ac9-01aa75ed71a1.0016.02/DOC_1&format=PDF

[6] https://www.borderstep.de/wp-content/uploads/2018/12/Borderstep-Rechenzentren-2017-final-Stand-Dez_2018n.pdf

[7] https://t3n.de/news/macht-rechenzentren-gruen-1390759/

[8] https://www.cio.de/a/wie-google-seine-rechenzentren-auf-erneuerbare-energien-ausrichtet,3647160

[9] https://www.datacenter-insider.de/rz-abwaerme-versorgt-400-wohnungen-a-816813/

[10] https://www.umweltbundesamt.de/tipp/blauer-engel-fuer-rechenzentren

[11] https://www.tagesschau.de/koalitionsvertrag-147.pdf


Leonie Hermann
Leonie Hermann

Leonie Hermann arbeitet als IT Consultant im Bereich Cloud Advisory bei Kyndryl Deutschland. Sie konzentriert sich insbesondere auf die Themen Cloud Migration, Cloud Infrastructure sowie Hybrid- und Multi-Cloud. In Kundenprojekten liegt ihr Fokus mitunter auf den Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, um den Kunden dabei zu unterstützen digital, nachhaltig sowie wirtschaftlich zu handeln.

Kyndryl Talk: Expertenmeinungen zu aktuellen IT Themen in nur 30 Minuten

Wie wichtig Informationstechnologie und IT-Infrastruktur sind, wussten wir eigentlich schon immer. Doch so richtig deutlich geworden ist es in den vergangenen Monaten durch Ereignisse wie die Pandemie mit den Auswirkungen auf Homeoffice oder Lieferketten oder auch die Log4j Sicherheitslücke. Dabei scheint es so, dass sich IT immer dynamischer verändert, neue Technologien und Skills gefragt sind.

Hier gilt es, als IT-Verantwortlicher auf dem Stand der Dinge zu bleiben und sich informiert zu halten. Solche Informationen sammeln und publizieren wir hier auf dem CIO Kurator. Nun haben wir ein weiteres Format ins Leben gerufen: die Kyndryl Talk. In unseren ersten sechs Live-Sessions sprechen Experten aus unseren Practises, den Bereichen, in denen wir IT-Infrastrukturen für unsere Kunden betreiben, über brennende Fragen zu Cloud, Mainframe, Netzwerk, Applikationen, Sicherheit & Resilienz oder digitaler Arbeitsplatz. Sie teilen ihre persönliche Meinung, geben Einschätzungen, neutrale Tipps und Lösungsansätze aus dem Kyndryl Portfolio. 

Wollen Sie weitere Informationen zu den einzelnen Themen und Sessions. klicken Sie bitte auf die entsprechende Grafik, die sie dann auf LinkedIn mit detaillierterer Beschreibung des Themas führt. Sie können sich auch per E-Mail hier anmelden.

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen und natürlich auch Fragen zu den verschiedenen Themen.